ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2017Bürgerversicherung: Änderungsbedarf
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Die Diskussion über Alternativen zur PKV ist alt, die Argumente hinlänglich bekannt. Insofern ist das Ergebnis auf dem 120. Deutschen Ärztetag nicht überraschend. Ärgerlich ist die resistente Scheinheiligkeit der Beteiligten, die keinen Änderungsbedarf am momentanen Zustand sehen (wollen). Natürlich ist jedem klar, dass (vermeintliche) Mindereinnahmen aus der GKV durch private Klientel alimentiert werden. Diese Quersubvention ist sogar den Vertretern der PKV ganz recht, haben sie doch damit ein gewisses Druckmittel zur Verfügung, die „natürlichen Verbündeten“ aus der Ärzteschaft bei der Stange zu halten. Dass andererseits die dort Versicherten aus der Falle nicht mehr herauskommen, wird nur ungern kommuniziert. Dass kein echter Wettbewerb stattfindet (und damit der Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung verletzt wird), wundert gar niemanden mehr. Dass ein privat versichertes Rentnerehepaar mal locker 800 bis 900 Euro pro Monat für die Vollversicherung hinlegen muss und damit ein ordentlicher Teil der Rente schon mal weg ist – darüber spricht man nicht gern! (... und darüber, dass mit diese Beiträgen neue, junge Versicherte „angefüttert“ werden, schon mal gar nicht).

Dass die PKV keinen Änderungsbedarf sieht, hatte ich schon erwähnt; dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages das Thema für erledigt und eine Anfrage der Grünen im Parlament für nicht erforderlich hält, verwundert schon eher; dass der Petitionsausschuss der EU-Kommission das Ganze als ein rein deutsches Problem ansieht, scheint auch eine glückliche Fügung zu sein! .... Hier muss dringend etwas passieren!

Dr. med. Dipl. oec. med. Matthias Bausch, 56075 Koblenz

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