ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Umfrage: Wirtschaftlicher Druck steigt weiter

Dtsch Arztebl 2017; 114(35-36): [4]

EB

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Der wirtschaftliche Druck auf die deutschen Krankenhäuser nimmt weiter zu. Im Jahr 2016 haben zwar 96 Prozent der deutschen Kliniken einen höheren Umsatz erwirtschaftet als im Jahr zuvor. Doch im Vergleich zum Umsatz sind Sachkosten, Personalkosten und Infrastrukturkosten überproportional gestiegen. Das jedenfalls sind Ergebnisse einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger. Für ihre „Krankenhausstudie 2017“ hat das Unternehmen Vorstände und Geschäftsführer der 500 größten deutschen Krankenhäuser befragt.

Foto: VILevi/stock.adobe.com
Foto: VILevi/stock.adobe.com

Der Studie zufolge ist die Zahl der Kliniken, die einen Überschuss erwirtschaftet haben, von 72 Prozent im Jahr 2015 auf 59 Prozent im Jahr 2016 gesunken. Auch für die nächsten Jahre erwarten 60 Prozent der befragten Krankenhausmanager, dass sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert. Um profitabel zu wirtschaften, heißt es weiter, müssten die Kliniken effizienter werden und Reserven aufbauen. Viele Krankenhäuser setzten immer noch auf klassische Maßnahmen, die nicht mehr ausreichten, die Ergebnisse langfristig zu verbessern.

Vielmehr gehe es darum, die Versorgungskette strategisch neu auszurichten, erläutert Oliver Rong, Partner von Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dazu zähle der Ausbau ambulanter Angebote und die Digitalisierung. Bereits 83 Prozent der Kliniken arbeiten demnach an Initiativen, stationäre Leistungen in den ambulanten Sektor auszulagern. Dabei versuchten sie Strukturen aufzubauen, wie Medizinische Versorgungszentren oder Ambulantes Operieren im Krankenhaus. Doch fast 60 Prozent der Häuser investierten noch zu wenig in moderne Infrastrukturen. So gaben knapp 90 Prozent der Befragten an, sie hätten zwar eine Digitalstrategie, doch fehle es an finanziellen Mitteln, diese umzusetzen und notwendige IT-Kapazitäten aufzubauen.

„Wichtig ist“, sagt Rong, „dass Führungskräfte und Mitarbeiter den eingeschlagenen Weg mittragen und geschlossen die Komplexität Schritt für Schritt managen.“ EB

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