ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2017GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der Akupunktur

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GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der Akupunktur

Hoppe, Sandra

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In der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Akupunktur abrechnen zu können. Im Nachfolgenden sollen die einzelnen Möglichkeiten und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Abrechnung der Akupunktur betrachtet werden:

Die Akupunkturbehandlung ist in der GOÄ mit den Nrn. 269 und 269 a berücksichtigt. Beide Nummern setzen zunächst die Nadelstich-Technik zur Behandlung von Schmerzen voraus, damit diese abgerechnet werden können.

Die Leistung nach Nr. 269 a unterscheidet sich von der Nr. 269 nur durch die Anforderung an die Mindestdauer von 20 Minuten. Die Zeit der Sitzung bemisst sich vom Anlegen bis zur Entfernung der Akupunkturnadeln. Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 2 GOÄ ist in der Rechnung die in der Leistungslegende der Nr. 269 a genannte Mindestzeit (20 Minuten) anzugeben.

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Ist die Indikation eine andere als die Schmerzbehandlung (beispielsweise bei der Behandlung von Allergien, Raucherentwöhnung oder Asthma bronchiale), muss die Akupunkturbehandlung mit den Nrn. 269 beziehungsweise 269 a analog berechnet werden. Ebenso wie bei der nicht-analogen Anwendung der Nrn. richtet sich die Wahl der Nr. 269 oder 269 a analog GOÄ nach der Dauer der Akupunktur. Selbiges gilt, wenn die Akupunktur nicht durch eine Nadelstich-Technik erfolgt (zum Beispiel Laserakupunktur). Auch hier muss die Nr. 269 oder 269 a GOÄ analog berechnet werden.

Neben der Leistung nach Nr. 269 ist die Leistung nach Nr. 269a nicht berechnungsfähig.

Die Nr. 269 a GOÄ ist nicht zu verwechseln mit dem analogen Ansatz der Nummer 269 oder 269 a GOÄ. Oftmals wird angenommen, dass die Kennzeichnung mit einem kleinen „a“ bereits für eine Analoganwendung spricht. Dies ist jedoch nicht korrekt. Künstliche oder eigene GOÄ-Nummern für analoge Bewertungen dürfen nicht vergeben werden. So ist im § 12 Abs. 4 GOÄ gefordert, dass die in Analogie herangezogene, als gleichwertig erachtete Leistung mit ihrer Gebühren-nummer und der originären Leistungslegende aufgeführt wird.

In der Vergangenheit haben sich bereits zahlreiche GOÄ-Ratgeber mit der Thematik der analogen Anwendung befasst. Hier sind unteranderem der GOÄ-Ratgeber „korrekte Darstellung einer analogen Bewertung“ (DÄB 2007; 104[36]) oder „Transparenz bei der analogen Abrechnung von Leistungen“ (DÄB 2015; 112[44]) zu nennen.

Die Vergabe der Nr. 269 a GOÄ erfolgte ausschließlich aus Gründen der Ordnung. Da die GOÄ keinen entsprechenden Platz mehr für die Akupunktur (Nadelstich-Technik) mit einer Mindestdauer von 20 Minuten zur Behandlung von Schmerzen bot, diese jedoch nach der Systematik der GOÄ in den Abschnitt C (nichtbezogene Sonderleistungen) und fortlaufend zur Nr. 269 GOÄ gehört, wurde mit der Nr. 269 a GOÄ hier eine entsprechende Abhilfe geschaffen.

Ein weiteres Beispiel, bei dem aus diesem Grund die Kennzeichnung mit einem kleinen „a“ verwendet wurde, findet sich in der GOÄ mit der Nr. 2392 a GOÄ.

Sandra Hoppe

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