ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2017Ruth Pfau †: Ein Leben im Dienst der Leprakranken

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Ruth Pfau †: Ein Leben im Dienst der Leprakranken

Dtsch Arztebl 2017; 114(35-36): A-1607 / B-1361 / C-1331

Korzilius, Heike

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Ruth Pfau. Foto: dpa
Ruth Pfau. Foto: dpa

Die als „Mutter der Leprakranken“ international hochgeachtete Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau ist am 10. August im Alter von 87 Jahren in Pakistan gestorben. Pfau, die in Leipzig geboren wurde, studierte Medizin in Mainz und Marburg. Nach dem Staatsexamen trat sie dem katholischen Orden der „Töchter vom Herzen Mariä“ bei. Schon damals habe sie gesagt, dass sie gern im Ausland tätig werden wolle, erklärte Pfau 2009 in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt. In Deutschland kündigte sich das Wirtschaftswunder an: „Mir war klar, Deutschland würde auch ohne mich auskommen.“

Seit 1960 kümmerte sich die gelernte Gynäkologin in der pakistanischen Hafenstadt Karachi um Leprakranke. Mithilfe von Spenden und der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe gründete sie dort eine Spezialklinik, das Marie-Adelaide-Leprosy Centre, und schuf ein flächendeckendes Netz von Lepra- und Tuberkulosestationen. Aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes für die Kranken, wurde Pfau 1979 in Pakistan zur nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt, 1988 wurde sie Ehrenbürgerin. Auch in Deutschland erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und die Albert-Schweitzer-Medaille in Gold. Die Ehrungen waren für Pfau immer nur Mittel zum Zweck. Sie selbst sah sich als Teamspielerin: „Allein kann man nur wenig verändern“, sagte sie dem . Mit Mervyn Lobo hat sie beizeiten einen Nachfolger aufgebaut. Der Ökonom und langjährige Vertraute Pfaus führt seit 2012 die Geschäfte des Leprazentrums. Heike Korzilius

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