ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2017Psychische Erkrankungen: Mehr Unterstützung bei Arbeitslosigkeit

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Psychische Erkrankungen: Mehr Unterstützung bei Arbeitslosigkeit

Hillienhof, Arne

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Mitarbeiter in Jobcentern sollten besser geschult werden, um psychisch belastete Arbeitslose unterstützen zu können. Foto: dpa
Mitarbeiter in Jobcentern sollten besser geschult werden, um psychisch belastete Arbeitslose unterstützen zu können. Foto: dpa

Psychische Erkrankungen erhöhen das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes, doch auch der umgekehrte Fall ist keine Seltenheit. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) empfiehlt daher eine engere Zusammenarbeit von Arbeitsmedizinern, Psychotherapeuten und der Bundesagentur für Arbeit. „Durch die Arbeitslosigkeit können sich psychische Beschwerden verstärken oder die Arbeitslosigkeit kann psychische Beschwerden verursachen“, erläuterte Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer für die DGAUM. Die Betroffenen befänden sich in einem Teufelskreis, aus dem sie ohne professionelle Unterstützung nicht mehr herausfänden.

Studien belegen laut DGAUM, dass der Verlust des Arbeitsplatzes für viele Betroffene eine schwere Belastung ist. So zeigten die Daten des aktuellen Gesundheitsreports der Betriebskrankenkassen, dass stressbezogene Symptome, Depressionen, Angst und psychosomatische Beschwerden bei Arbeitslosen häufiger diagnostiziert würden als bei Berufstätigen. „Bei Verlust des Arbeitsplatzes kommen zu den finanziellen Sorgen Motivationsprobleme und Antriebsschwäche hinzu. Das Zusammenspiel dieser Komponenten erschwere oft die Arbeitssuche.

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Die wichtigste Maßnahme gegen eine solche Entwicklung sei die Vermittlung einer neuen Beschäftigung. Dabei gebe es laut Munz Defizite bei der Kooperation zwischen Arbeitsvermittlern, Psychotherapeuten und Betriebsärzten: „Mitarbeiter in Jobcentern sollten geschult werden, um besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Beschwerden eingehen zu können.“ Eine motivierende Ansprache sei hilfreicher als die Betonung der Mitwirkungspflicht. Er betonte, der berufliche Wiedereinstieg sei für die Betroffenen meist anstrengend. Betriebsärzte und Psychotherapeuten könnten helfen, indem sie beratend zur Seite stünden. hil

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