ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2017Kulturkalender: Visuelles Wechselspiel

KULTUR

Kulturkalender: Visuelles Wechselspiel

PP 16, Ausgabe September 2017, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 22. Oktober 2017:

Lucian Freud – Closer

Der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud, der 1933 in Berlin geboren wurde und in der Nazi-Zeit mit seiner Familie nach England emigrierte, ist mit seinen in den letzten Lebensjahren entstandenen Radierungen in die Stadt zurückgekehrt: Die Ausstellung präsentiert mehr als 50 herausragende Zeichnungen Freuds, in denen er vor allem Menschen aus seinem Umfeld porträtierte. In ihrer Zartheit und zugleich drastischen Körperdarstellung offenbaren die Arbeiten die äußere ebenso wie die seelische Verfassung der Dargestellten.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7,
tgl. (außer Di.) 10–19 Uhr

FRANKFURT

13. Sept. 2017 bis 14. Januar 2018:

Matisse – Bonnard

Mehr als 40 Jahre währte die Künstlerfreundschaft der beiden französischen Malergiganten, die ungefähr im selben Zeitraum um 1870 bis 1950 lebten und sich mit ähnlichen Sujets auseinandersetzten. Henri Matisse (Bild: „Asien“, 1946) und Pierre Bonnard schufen Interieure, Stillleben, Landschaften und weibliche Akte von einzigartiger Ausdruckskraft, die sich – wie in der Schau nachzuverfolgen ist – gegenseitig beeinflussten, aber auch durchaus unterschieden. Die rund 120 hochkarätigen Exponate aus weltweiten Sammlungen bieten die einzigartige Gelegenheit, die beiden Protagonisten der europäischen Avantgarde im reizvollen visuellen Wechselspiel zu erleben.

Städel Museum, Schaumainkai 63,
Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

GOTHA

Bis 5. November 2017:

Der Gothaer Tafelaltar

Nach aufwendiger Restaurierung ist er wieder in seiner ganzen Farbenpracht und mit allen Figurendetails an seinem angestammten Ort zu entdecken: der um 1540 von Heinrich Füllmaurer geschaffene Gothaer Tafelaltar. 162 Tafeln illustrieren Szenen aus dem Leben Christi, die mit feinen Spruchbändern in deutscher Sprache – entsprechend der Bibelübersetzung Martin Luthers von 1522 – versehen sind. Nach langer Zeit sind in Deutschland wieder sämtliche Einzeltafeln ausgestellt.

Herzogliches Museum, Parkallee 15,
tgl. 10–17, ab Nov. tgl. 10–16 Uhr

HAMBURG

23. Sept. 2017 bis 7. Januar 2018:

Das Goldene Zeitalter

Auf den Spuren von Künstlern wie Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und vielen anderen erforscht die Ausstellung „Die Geburt des Kunstmarkts“ in den Niederlanden im 17. Jahrhundert. Diese als Goldenes Zeitalter der Niederlande bekannte Periode brachte, lange bevor es Museen gab, den Handel mit Kunst und ganz eigene Werke hervor. Es war eine Zeit allgemeinen Wohlstands, in der sich das erstarkte Bürgertum erstmals Ölgemälde leisten konnte. Die Künstler begannen für diesen anonymen Markt zu malen, ohne wie zuvor die Anforderungen von Adel und Kirche erfüllen zu müssen.

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2,
tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

Köln

1. Sept. 2017 bis 7. Januar 2018:

Heinrich Böll und die Fotografie

Zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll geht es in den neu eröffneten Fotoräumen des Museum Ludwig um das Verhältnis des Schriftstellers zur Fotografie. Böll war, obwohl kamerascheu, als berühmter Autor ein begehrtes Motiv der Fotografen. Die Fotografie taucht als Metapher immer wieder in seinen Romanen auf und er setzte sich mit dem Medium in verschiedenen Sachtexten auseinander. In „Die humane Kamera“ formulierte er geradezu eine Moral der Fotografie.

Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz,
Di.–So. 10–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

Sabine Schuchart

Die Kunst der Lebensführung

© Rheinisches Bildarchiv, Sabrina Walz, rba_d040702

Mehr als 150 kostbare Exponate aus ganz Europa geben derzeit im Landesmuseum Bonn Einblick in die Spiritualität und Lebenswelt der Klöster im Mittelalter, speziell des mit mehr als 650 Klostergründungen in 150 Jahren ungemein dynamischen Zisterzienserordens (Bild: Meister des Marienlebens: Maria mit dem Kind und der heilige Bernhard, 1460, Malerei auf Eichenholz, 31,3 × 24,5 Zentimeter). Der außergewöhnliche Orden, auch Konzern der weißen Mönche genannt, erlebte seine Blütezeit im Mittelalter. Die Zisterzienser folgten der Regel des heiligen Benedikt „Bete und arbeite“ und vertraten eine Reduktion auf das Wesentliche in Kunst, Architektur und Lebensführung, nach der viele Menschen auch heute wieder streben.
„Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster“, LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14–16, Bonn, Di.–Fr./So. 11–18; Sa.13–18 Uhr (bis 28. Januar 2018)

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