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Unser Beitrag zeigt, dass mittlerweile der schwierigste Eingriff der Viszeralchirurgie – die Pankreasresektion – in der laparoskopischen Gegenwart angekommen ist (1). Im vorliegenden Register wurde die Indikation zur Pankreaslinksresektion in 56 % aller Fälle, das heißt 359 mal, gestellt. Nachfolgend wurden in 23 % die Indikation für die laparoskopische Pankreaskopfresektion und als drittes mit 9 % die laparoskopische Enukleation gestellt. Die diagnosebezogene Indikation für das laparoskopische Verfahren verlagerte sich von anfänglich nur benignen bis aktuell sehr häufig malignen Entitäten. Die Indikation zum Resektionsausmaß einerseits und zum laparoskopischen Verfahren andererseits haben wir 2012 publiziert (2).

Wir stimmen Herrn Lampl in der Diskussion absolut zu, dass auch in absehbarer Zukunft die prospektiv randomisierte Studie als Goldstandard nicht abgelöst werden wird. Ein neues Verfahren wird in der Regel nach Durchlaufen folgender vier Phasen etabliert:

1. Fallbeschreibungen

2. kleine und später umfangreichere monozentrische Fallserien

3. multizentrische Register

4. multizentrisch prospektiv randomisierte kontrollierte Studie.

Mit den derzeit größten in der Literatur verfügbaren Registerdaten von 550 Patienten aus 34 Zentren sind wir nun in Phase 3 der Verfahrensetablierung angekommen und möchten eine anstehende multizentrisch randomisierte Studie uneingeschränkt unterstützen.

Der Zeitaufwand wird vermutlich beträchtlich sein: Es werden homogene Gruppen benötigt mit möglichst dem gleichen Tumortyp, einer etwa vergleichbaren Tumorgröße und Zustand des Patienten. Zudem sind linksseitige Pankreastumoren deutlich seltener als die rechtsseitigen Pankreastumoren, werden meist später entdeckt und sind ohne Gefäßresektion häufig nicht resektabel. Patienten, die eine auf Laparoskopie und Pankreas spezialisierte Klinik aufsuchen, lassen sich auch ungern auf das offene Verfahren randomisieren, was die Rekrutierung behindert. Die Ergebnisse werden also erst in einigen Jahren zu erwarten sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0615b

Für die Autoren

Prof. Dr. med. Marco Siech

Chirurgie I, Ostalb-Klinikum Aalen

marco.siech@ostalb-klinikum.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Siech M, Strauß P, Huschitt S, et al.: The indications for laparoscopic pancreatectomy—results on 550 patients in the German Laparoscopic Pancreas Registry in comparison to other registries. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 263–8 VOLLTEXT
2.
Siech M, Bartsch D, Beger HG, et al.: Indications für laparoscopic pancreas operations: results of a consensus conference and the previous laparoscopic pancreas register. Chirurg 2012; 83: 247–53 CrossRef MEDLINE
1.Siech M, Strauß P, Huschitt S, et al.: The indications for laparoscopic pancreatectomy—results on 550 patients in the German Laparoscopic Pancreas Registry in comparison to other registries. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 263–8 VOLLTEXT
2. Siech M, Bartsch D, Beger HG, et al.: Indications für laparoscopic pancreas operations: results of a consensus conference and the previous laparoscopic pancreas register. Chirurg 2012; 83: 247–53 CrossRef MEDLINE

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