ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2017Umfrage: Vor allem junge Ärzte fühlen sich oft gestresst

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Umfrage: Vor allem junge Ärzte fühlen sich oft gestresst

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Foto: Syda Productions/stock.adobe.com
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Jeder vierte Arzt empfindet das Stresslevel während eines durchschnittlichen Arbeitstages als hoch, zwei Drittel der Ärzte halten es für mittelhoch und nur acht Prozent für moderat. Während 28 Prozent der Krankenhausärzte von einem hohen Stresslevel sprechen, sind es unter den Niedergelassenen nur 22 Prozent. Zudem empfinden mehr Krankenhausärzte (43 Prozent) als Niedergelassene (32 Prozent) diesen Stress als negativ. Das zumindest sind Ergebnisse einer Onlineumfrage von DocCheck. Im Auftrag der Asklepios Kliniken befragte das Unternehmen dazu bundesweit 162 Krankenhausärzte und Niedergelassene.

Als Hauptverursacher von Stress nannten die befragten Ärzte demnach „zu viel Bürokratie und Dokumentationspflichten“, „Arbeitsverdichtung“ und „zu wenig Zeit pro Patient“, gefolgt von „keine Zeit für Pausen“ und „Druck zur Wirtschaftlichkeit“. Weiteres Ergebnis: Speziell wenig erfahrenere Ärzte stressen die Dokumentationspflichten (58 Prozent). Gerade junge Ärzte in der Klinik empfinden das Stresslevel als hoch und den Stress als negativ. Nach den Dokumentationspflichten belasten sie die mit Zeitmangel verbundenen Faktoren am häufigsten: Arbeitsverdichtung, zu wenig Zeit pro Patient und keine Zeit für Pausen.

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Vor allem Ärzte mit hohem Stresslevel und überwiegend negativem Stress wünschen sich zu allererst mehr Zeitreserven als Puffer für Unvorhergesehenes und Notfälle. Auf ihrer Wunschliste folgen mehr Familienfreundlichkeit, mehr Möglichkeiten, Aufgaben zu delegieren sowie mehr kollegiale Supervision und Beratung. Auch meinen viele, mehr Entscheidungsspielräume würden ihren Stress vermindern. Rund ein Drittel der Ärzte leidet regelmäßig oder häufig unter körperlichen Symptomen wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Ohrgeräuschen, Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Problemen sowie Hauterkrankungen.

„Das sind Ergebnisse, die nachdenklich machen und zeigen, warum gerade junge Ärzte und Berufsanfänger unter Druck stehen“, sagte Dr. Thomas Wolfram, Konzerngeschäftsführer der Asklepios Kliniken. EB

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