ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2017Helmuth Deicher †: Pionier der klinischen Immunologie

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Helmuth Deicher †: Pionier der klinischen Immunologie

Dtsch Arztebl 2017; 114(37): A-1659 / B-1405 / C-1375

Schmidt, Reinhold E.

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Helmuth Deicher, Foto: Archiv der Pressestelle der MHH
Helmuth Deicher, Foto: Archiv der Pressestelle der MHH

Prof. Dr. med. Helmuth Deicher ist am 11. Juli 2017 kurz vor Vollendung seines 88. Lebensjahres verstorben. Bereits Ende der 1950erJahre bot sich ihm die Chance, in eines der weltweit besten immunpathologischen Labors, an die Rockefeller University in New York, zu wechseln. Dort entdeckte er unter Leitung des US-amerikanischen Immunologen Henry Kunkel die Anti-DNS-Autoantikörper im Serum von Patienten mit systemischem Lupus erythematodes. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland baute der Immunologe, Internist und Transfusionsmediziner an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die heutige Klinik für Immunologie und Rheumatologie auf. Dort schuf er auch den bedeutsamsten nationalen Schwerpunkt zur Erforschung immunpathologisch entzündlich-rheumatischer Systemerkrankungen. Deichers wissenschaftliche Schwerpunkte lagen in der klinischen Immunologie, Rheumatologie und Transfusionsmedizin, in der Behandlung des multiplen Myeloms sowie in der HIV-Forschung. Im Zentrum stand für ihn dabei aber immer die beste ärztliche und menschliche Behandlung seiner Patienten. Kollegen und Studierenden gegenüber war er unprätenziös, immer interessiert und ansprechbar.

Deicher war lange Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundes­ärzte­kammer und erarbeitete dort die Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusion sowie die Leitlinien für die Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten. Auch nach seiner Emeritierung arbeitete er noch viele Jahre in der Ethikkommission der MHH mit. Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt

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