ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2017Gesundheitswesen: Fast nur Männer in Führungspositionen

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Gesundheitswesen: Fast nur Männer in Führungspositionen

Dtsch Arztebl 2017; 114(38): A-1690 / B-1432 / C-1402

dpa

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Nur elf Prozent der Ärztinnen sind in leitenden Funktionen in Krankenhäusern zu finden. Foto: picture alliance
Nur elf Prozent der Ärztinnen sind in leitenden Funktionen in Krankenhäusern zu finden. Foto: picture alliance

Die Medizin wird zwar zunehmend weiblicher, aber Führungspositionen im Gesundheitswesen bleiben eine Männerdomäne. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Frauen sind demnach in leitenden Funktionen im Krankenhaus deutlich unterrepräsentiert. 2015 hätten elf Prozent Ärztinnen und 89 Prozent Ärzte leitende Funktionen besetzt. Und etwas weniger als 20 Prozent der kaufmännischen Leitungen in deutschen Allgemeinkrankenhäusern sei weiblich. Bundesweit seien nur zehn Prozent der Führungspositionen in der Universitätsmedizin von Frauen besetzt. Im Gegensatz dazu stehe der wachsende Frauenanteil beim Studium der Humanmedizin, so die Grünen. 2012 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (2014) unter denjenigen, die einen Universitätsabschluss machten, 65 Prozent Frauen. 2002 seien dies noch 49 Prozent gewesen. Damit mehr Frauen in Führungspositionen gelangten, müsse man verhindern, dass sie nach einer Familienphase in der Teilzeitfalle landeten, sagte Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Katarina Barley (SPD). Dafür brauche es ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Die Grünen fordern eine Überarbeitung der ärztlichen Weiterbildung. Um Frauen nicht auszubremsen, müsse die Weiterbildung flexibler gestaltet und stärker auch auf die Bedürfnisse von Ärztinnen und Ärzten mit Kindern ausgerichtet werden, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink. dpa

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