MEDIZIN: Originalarbeit

Patienten in Notfallambulanzen

Querschnittstudie zur subjektiv empfundenen Behandlungsdringlichkeit und zu den Motiven, die Notfallambulanzen von Krankenhäusern aufzusuchen

Patients attending emergency departments—a cross-sectional study of subjectively perceived treatment urgency and motivation for attending

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(39): 645-52; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0645

Scherer, Martin; Lühmann, Dagmar; Kazek, Agata; Hansen, Heike; Schäfer, Ingmar

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Hintergrund: Die Patientenzahlen in den Notaufnahmen sind in den letzten Jahren konstant gestiegen, insbesondere durch Patienten mit geringer Behandlungsdringlichkeit. Ziel der Studie ist, diese Patientengruppe hinsichtlich der Soziodemografie, des Gesundheitszustandes und der Gründe für die Inanspruchnahme einer Notaufnahme zu beschreiben.

Methode: PiNo Nord ist eine querschnittliche Beobachtungsstudie, bei der in fünf Kliniken zwei volle Arbeitswochen abgebildet wurden. Patienten wurden in persönlichen Interviews befragt. Zusätzlich wurden ärztliche Diagnosen dokumentiert. Die Datenanalyse umfasste multivariate logistische Regressionen in gemischten Mehrebenenmodellen. Prädiktoren für die subjektive Behandlungsdringlichkeit wurden mittels schrittweiser Rückwärtsselektion identifiziert.

Ergebnisse: Die 1 175 befragten Patienten waren durchschnittlich 41,8 Jahre alt, 52,9 % waren männlich und 54,7 % der Patienten gaben eine niedrige Behandlungsdringlichkeit an. 41,3 % der Patienten kamen auf eigene Initiative in die Notaufnahme. Dagegen gaben 17,0 % eine Empfehlung/Einweisung durch den Hausarzt und 8,0 % eine Empfehlung/Einweisung durch einen Fachspezialisten an. Die stärksten Prädiktoren für niedrige subjektive Behandlungsdringlichkeit waren Traumata am Bewegungsapparat (Odds Ratio [OR]: 2,18), Affektionen der Haut (OR: 2,15) und die Nichtverfügbarkeit einer geöffneten Hausarztpraxis (OR: 1,70).

Schlussfolgerung: Mehr als die Hälfte der Patienten fällt aufgrund ihrer niedrigen subjektiven Behandlungsdringlichkeit nicht unter die Definition eines medizinischen Notfalls. Die Gründe, eine Notaufnahme zu besuchen, sind vielfältig und können neben der Dringlichkeit des Gesundheitsproblems auch in wahrgenommenen strukturellen Gegebenheiten und individuellen Patientenpräferenzen liegen.

Ein medizinischer Notfall wird nach einem Thesenpapier der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Notfallmedizin durch „Veränderungen im Gesundheitszustand“ definiert, für die vom „Patient(en) selbst oder eine(r) Drittperson unverzügliche medizinische und pflegerische Betreuung als notwendig erachtet“ wird (1). Die Notfallversorgung wird in Deutschland ambulant kassenärztlich sowie durch das Rettungswesen und Notaufnahmen sichergestellt. Für die ambulante kassenärztliche Therapie sind niedergelassene Ärzte verantwortlich, die außerhalb der Praxisöffnungszeiten zum Beispiel mittels Notfallpraxen und fahrendem Bereitschaftsdienst ihren Sicherstellungsauftrag erfüllen. Die Versorgung von lebensbedrohlich oder schwer erkrankten Patienten mit stationärem Behandlungsbedarf obliegt den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Diese werden von Rettungsdienst und Notärzten in der Versorgung und bei dem Transport der Patienten unterstützt (2).

Allerdings sind die Patientenzahlen in den Notaufnahmen in den letzten Jahren stark gestiegen, wofür vor allem Patienten mit einer geringen Behandlungsdringlichkeit verantwortlich zu sein scheinen (38). Die Überfüllung von Notaufnahmen sehen viele Autoren als ein Problem der Patientensicherheit an (9), da überfüllte Notaufnahmen mit einer höheren Mortalitätsrate, einer längeren Zeit bis zur medikamentösen Behandlung von Patienten mit Pneumonien und akuten Schmerzen sowie einer größeren Anzahl von Patienten assoziiert sind, die die Notaufnahmen verlassen, ohne einen Arzt gesehen zu haben (911). Jedoch sind diese internationalen Befunde bislang noch nicht ausreichend für das deutsche Gesundheitssystem belegt.

Die Entscheidung von Patienten, mit nichtdringlichen Beratungsanlässen die Notaufnahme aufzusuchen, kann eine Vielzahl von Gründen haben. Von den wenigen Studien zu diesem Thema wird relativ konsistent diskutiert, dass neben einem jüngeren Lebensalter vor allem die Bequemlichkeit eines Notaufnahmebesuchs, Empfehlungen durch einen ambulanten Leistungserbringer und eine negative Wahrnehmung der Versorgung außerhalb von Kliniken eine Rolle spielen (12). Daneben scheinen auch ein gefühlter Mangel an verfügbaren Terminen bei niedergelassenen Ärzten sowie die Konzentration von diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in den Kliniken ausschlaggebend zu sein (6). Allerdings muss die hier dargestellte Evidenz vorsichtig bewertet werden, da nach wie vor nur wenige methodisch hochwertige quantitative Studien zu diesem Thema existieren (12).

Das Ziel der vorliegenden Studie besteht deshalb darin, das Kollektiv von Patienten mit niedriger Behandlungsdringlichkeit in deutschen Notaufnahmen hinsichtlich der Soziodemografie, des Gesundheitszustandes und der Gründe für die Inanspruchnahme einer Notaufnahme zu beschreiben.

Methoden

PiNo Nord („Patienten in der Notaufnahme von norddeutschen Kliniken“) ist eine querschnittliche Beobachtungsstudie an drei Krankenhäusern in Hamburg und zwei Kliniken in Schleswig-Holstein. Die Datenerhebung erfolgte über einen Zeitraum von insgesamt 210 Erhebungstagen in einem 3-Schicht-System, wobei pro Klinik ein Äquivalent von zwei vollen Arbeitswochen abgebildet wurde. Die Erhebungstage wurden per Zufall den Klinken zugeteilt. Die Datenerhebung fand vom 17. Oktober 2015 bis zum 18. Juli 2016 statt.

In das Projekt wurden alle volljährigen Patienten eingeschlossen, die an der Anmeldung der Notaufnahme beziehungsweise der in der Klinik gegebenenfalls vorhandenen Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) registriert wurden. Zusätzlich wurden alle minderjährigen Patienten eingeschlossen, die von einem Erziehungsberechtigten begleitet wurden. Unbegleitete Minderjährige konnten aufgrund der rechtlich nicht klar geregelten Einwilligungsfähigkeit nicht berücksichtigt werden.

Ausgeschlossen wurden Patienten, die nach dem Manchester-Triage-System (13) als „sofort“ (rot) oder „sehr dringend“ (orange) behandlungsbedürftig eingestuft wurden, sowie nichttriagierte Patienten, bei denen nach Aussage des ärztlichen oder pflegerischen Klinikpersonals in Anlehnung an das Triagesystem sofortiger oder sehr dringender Behandlungsbedarf bestand. Zudem wurden Patienten ausgeschlossen, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien zutrafen:

  • schwerwiegende funktionale Einschränkungen des Hör-, Seh- oder Sprachvermögens (zum Beispiel bei Verletzungen im Mund-/Gesichtsbereich, nichtkompensierter Schwerhörigkeit/Visusverlust)
  • hohe Beschwerdelast
  • verbale Verständigung (gegebenenfalls mit Dolmetscher) auf Deutsch/Englisch nicht möglich
  • fehlende Einwilligungsfähigkeit (zum Beispiel bei Demenz)
  • Isolierung aufgrund einer Erkrankung
  • Behandlung ohne Wartezeit; sowie
  • direkte Verlegung in eine andere Abteilung innerhalb des Krankenhauses.

Für jeden an der Anmeldung der Notaufnahme registrierten Patienten wurde anhand der genannten Ein- und Ausschlusskriterien überprüft, ob er für die Studie geeignet war. Geeignete Patienten wurden um eine schriftliche Einwilligung gebeten und gegebenenfalls durch den Interviewer persönlich befragt. Für Patienten mit schlechten Deutschkenntnissen stand eine Kurzfassung des Interviews in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.

Die Beschwerden der Patienten wurden über die ärztlichen Diagnosen erfasst und von einem geschulten Projektmitarbeiter nach einer für die Notaufnahme angepassten Kurzfassung der International Classification of Primary Care (ICPC-2) (14, 15) codiert. Gesundheitszustand und soziodemografische Daten wurden mittels eines standardisierten Fragebogens im Interview dokumentiert. Dabei wurden die allgemeine Schulbildung und die berufliche Ausbildung nach der Bildungsklassifikation Comparative Analysis of Social Mobility in Industrial Nations (CASMIN) (16) in drei Gruppen eingeteilt:

  • niedrig, das heißt fehlender Schulabschluss oder Hauptschulabschluss
  • mittel, das heißt Realschulabschluss oder Abitur
  • hoch, das heißt Fachhochschul- oder Universitätsabschluss.

Empfehlungen von Bezugspersonen und Gründe für das Aufsuchen einer Notaufnahme wurden im Interview mit offenen Fragen erfasst. Die Antworten der Patienten wurden von geschulten Interviewern während der Befragung in ein vorgegebenes Kategoriensystem eingeordnet. Die Antworten, für die keine geeignete Kategorie zur Verfügung stand, wurden im Wortlaut dokumentiert und nachträglich codiert, wobei entsprechende Kategorien gegebenenfalls neu geschaffen wurden. Die Behandlungsdringlichkeit wurde mittels einer von 0 bis 10 reichenden numerischen Ratingskala von den Patienten selbst eingeschätzt und anschließend in zwei Gruppen eingeteilt:

  • niedrig, das heißt 0  bis 5
  • hoch, das heißt 6 bis 10.

Die Daten wurden zunächst mittels deskriptiver Statistik analysiert. Um dabei Unterschiede zwischen Patienten mit niedriger und hoher subjektiver Behandlungsdringlichkeit zu ermitteln, wurden chi2-Tests und t-Tests durchgeführt. Als inferenzstatistische Analyseverfahren dienten multivariate logistische Regressionen in gemischten Modellen, die für Zufallseffekte auf den Ebenen der Bundesländer und der Kliniken innerhalb der Bundesländer adjustiert wurden.

Die Prädiktoren für die subjektive Behandlungsdringlichkeit wurden mittels schrittweiser Rückwärtsselektion mit p ≤ 0,05 als Selektionskriterium ausgewählt. Variablen, die Merkmalsausprägungen mit einer geringeren Häufigkeit als 1 % aufwiesen, wurden vorab ausgeschlossen. Die geprüften Variablen umfassten:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Bildungsstand
  • Migrationsstatus
  • 12 ICPC-2-Bereiche/Organsysteme
  • 25 ICPC-2-Codes
  • 3 Variablen zur Bekanntheit der KV-Notfallversorgung und des Rettungsdienstes
  • 24 Einzelkategorien und 6 Oberkategorien der Gründe für das Aufsuchen einer Notaufnahme
  • 7 Kategorien von Bezugspersonen, die eine Empfehlung zum Notaufnahmebesuch gegeben hatten.

Für alle Analysen der schließenden Statistik wurde ein Alpha-Level von 5 % (p ≤ 0,05) als Schwellenwert festgelegt. Da Ergebnisse einer explorativen Beobachtungsstudie berichtet werden, sind p-Werte durchgängig als deskriptiv zu verstehen. Die Datenanalyse wurde mit Stata 12.1 durchgeführt. Am 22. Juli 2015 wurde die Studie von der Ethikkommission der Hamburger Ärztekammer genehmigt (Bearb.-Nr. PV4993).

Ergebnisse

Der Rekrutierungsverlauf ist in Grafik 1 abgebildet. Insgesamt wurden 6 488 Patienten registriert, wovon 3 086 für die Studienteilnahme geeignet waren. Davon stimmten 1 335 Patienten (43,3 %) der Studienteilnahme zu, wohingegen 1 043 Patienten die Studienteilnahme ablehnten. Ein Vergleich zwischen diesen beiden Gruppen (Nonresponder-Analyse) ist in der eTabelle dargestellt. Das Interview konnte bei 1 299 Patienten abgeschlossen werden. Allerdings fehlte die Selbsteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit bei 124 Patienten (9,5 %), sodass sich die maximale Fallzahl für die hier vorgestellten Analysen auf 1 175 Patienten beläuft. 677 Studienteilnehmer stammten aus Hamburg. Von den 498 in Schleswig-Holstein rekrutierten Patienten waren 133 (26,7 %) in einer an das Klinikum angegliederten kassenärztlichen Notfallpraxis versorgt worden. Die Einschätzungen von Patienten und Klinikpersonal zur Behandlungsdringlichkeit werden in Grafik 2 wiedergegeben. Eine niedrige Behandlungsdringlichkeit wurde von 54,7 % der Patienten angegeben.

Rekrutierungsverlauf
Grafik 1
Rekrutierungsverlauf
Triagierung durch Klinikpersonal und Selbstangaben des Patienten zur Behandlungsdringlichkeit (n = 1 175)
Grafik 2
Triagierung durch Klinikpersonal und Selbstangaben des Patienten zur Behandlungsdringlichkeit (n = 1 175)
Nonresponder-Analyse
eTabelle
Nonresponder-Analyse

Soziodemografische Daten werden in Tabelle 1 aufgeführt. Im Schnitt waren die Patienten 41,8 Jahre alt, wobei Patienten mit einer niedrigen subjektiven Behandlungsdringlichkeit durchschnittlich 7,3 Jahre jünger waren als Patienten, die eine hohe Behandlungsdringlichkeit angaben. Patienten mit niedriger subjektiver Behandlungsdringlichkeit waren häufiger ledig (52,1  versus 39,5 %), häufiger Schüler, Student oder in Ausbildung (17,1  versus 11,3 %), seltener berentet beziehungsweise in Pension (13,9  versus 23,2 %) und seltener im Ausland geboren (9,0  versus 13,5 %) als Patienten, die ihre Behandlungsdringlichkeit als hoch einschätzten.

Soziodemografische Daten
Tabelle 1
Soziodemografische Daten

Die Patienten gaben eine Beschwerdedauer zwischen 30 Minuten und 38 Jahren an. 28,1 % der Patienten hatten die zum Aufsuchen der Notaufnahme führenden Beschwerden seit weniger als 6 Stunden, während 35,4 % der Patienten ihre Beschwerden bereits seit drei Tagen oder länger hatten. Die Beschwerden betrafen am häufigsten die Bereiche Bewegungsapparat (36,0 %), Haut (14,1 %), Verdauungssystem (12,0 %) und Kreislauf (10,5 %), etwas seltener waren die Bereiche neurologisch (8,5 %), Atmungsorgane (6,8 %) oder allgemein und unspezifisch (5,7 %) vertreten. Bei Patienten mit niedriger subjektiver Behandlungsdringlichkeit stammten die Beschwerden häufiger aus den Bereichen Bewegungsapparat (40,4 versus 30,6 %; p = 0,001) und Haut (17,1 versus 10,6 %; p = 0,003) und seltener aus den Bereichen Verdauungssystem (9,6  versus 14,8 %; p = 0,009), Kreislauf (8,2 versus 13,3 %; p = 0,016), Psyche (0,9  versus 2,7 %; p = 0,022) sowie endokrin, metabolisch und Ernährung (0,4  versus 2,7 %; p = 0,001).

41,3 % der Patienten waren aus eigenem Entschluss in die Notaufnahme gekommen. Von einigen Patienten wurde eine Empfehlung oder Einweisung des Hausarztes (17,0 %) oder Fachspezialisten (8,0 %) angegeben, wobei beides bei Patienten mit niedriger subjektiver Dringlichkeit seltener genannt wurde (14,0  versus 20,7 %; p = 0,003 beziehungsweise 6,3  versus 10,1 %; p = 0,016). Empfehlungen von anderen Akteuren des Gesundheitswesens lagen bei 14,0 % der Patienten vor. Bei 10,5 % der Patienten hatten der Ehe-/Lebenspartner, bei 7,7 % andere Verwandte oder Angehörige und bei 9,0 % Bekannte, Nachbarn oder Arbeitskollegen das Aufsuchen der Notaufnahme empfohlen. Empfehlungen der letztgenannten Bezugsgruppe kamen jeweils bei Patienten mit niedriger subjektiver Behandlungsdringlichkeit häufiger vor (10,7  versus 6,9 %; p = 0,024). Fast alle Patienten (97,6 %) kannten den Rettungsdienst der Feuerwehr. Die KV-Notfallpraxen (44,8 %) und der fahrende Bereitschaftsdienst (32,6 %) waren dagegen vergleichsweise wenigen Patienten bekannt.

Subjektive Gründe dafür, dass das Problem nicht ambulant bewältigt wurde, finden sich in Tabelle 2. Von Patienten mit niedriger subjektiver Dringlichkeit wurde seltener genannt, dass der Notaufnahmebesuch aufgrund der Stärke (19,7 versus 39,4 %) oder einer Zunahme der Beschwerden (6,7 versus 14,0 %) erfolgt sei, oder dass eine Angst vor gefährlichen Ursachen oder Verläufen des Gesundheitsproblems (14,4  versus 21,6 %) entscheidend gewesen sei. Die wahrgenommene Nichtverfügbarkeit von geöffneten Hausarztpraxen spielte bei diesen Patienten dagegen eine größere Rolle als bei Patienten mit hoher selbsteingeschätzter Behandlungsdringlichkeit (28,9  versus 16,8 %).

Subjektive Gründe dafür, dass das Problem nicht ambulant bewältigt wurde*
Tabelle 2
Subjektive Gründe dafür, dass das Problem nicht ambulant bewältigt wurde*

In der schrittweisen Rückwärtsselektion wurden insgesamt 9 Prädiktoren für die subjektive Behandlungsdringlichkeit identifiziert, von denen 6 für eine hohe und 3 für eine niedrige selbsteingeschätzte Dringlichkeit charakteristisch waren (Grafik 3). Mit dem statistischen Modell konnten 11,0 % der Varianz subjektiver Behandlungsdringlichkeit erklärt werden.

Unterschiede zwischen Patienten mit niedriger (blaue Balken) und hoher subjektiver Behandlungsdringlichkeit (rote Balken)
Grafik 3
Unterschiede zwischen Patienten mit niedriger (blaue Balken) und hoher subjektiver Behandlungsdringlichkeit (rote Balken)

Diskussion

Ein Grund für hohe Patientenzahlen in den Notaufnahmen scheint darin zu bestehen, dass ein großer Teil der Patienten medizinische Notfallstrukturen nutzt, ohne unter die Definition eines Notfalls zu fallen (3, 4, 7, 8). In unserer Studie bewertete mehr als die Hälfte der befragten Patienten die Dringlichkeit ihrer ärztlichen Behandlung als niedrig. Dies kam häufiger bei jüngeren als bei älteren Patienten vor, was mit der Mehrzahl der vorhandenen Studien übereinstimmt (10, 17). Migranten gaben seltener eine niedrige Behandlungsdringlichkeit an. Inwieweit dies auf Unterschiede im Nutzungsverhalten oder auf eine höhere Ängstlichkeit in Bezug auf die Beschwerden (6) hinweist, konnte in der vorliegenden Studie nicht untersucht werden.

Bei Patienten mit niedriger Behandlungsdringlichkeit waren Traumata am Bewegungsapparat und Affektionen der Haut häufiger die zur Konsultation führenden Diagnosen. Zudem klagten diese Patienten seltener über zunehmende und starke Beschwerden als Patienten, die ihre Behandlung als dringend erforderlich einstuften. Dies wurde auch in anderen Studien berichtet (6, 18, 19).

Eine Aufgabe der ambulanten Therapie besteht in der Risikobeurteilung und gegebenenfalls der stationären Einweisung von Patienten (2). In der Literatur wird das Thema der ambulant ärztlichen Empfehlungen häufig als wichtiger Grund für den Notaufnahmebesuch diskutiert (6, 20, 21). In unserer Studie gab knapp ein Viertel der Studienteilnehmer an, aufgrund einer Einweisung oder ärztlichen Empfehlung die Notfallambulanz aufgesucht zu haben.

Ein weiterer Einflussfaktor auf die Patientenzahlen in der Notaufnahme besteht in der Nutzung durch Patienten, die auch in der ambulanten Säule der Notfallversorgung hätten versorgt werden können. Dabei könnten die auch an anderer Stelle berichteten Defizite in der Bekanntheit der kassenärztlichen Notfallversorgung eine Rolle spielen (21). Die KV-Notfallversorgung war in unserer Studie deutlich weniger als der Hälfte der Patienten geläufig.

Weitere, aus der Literatur bekannte, Barrieren für die Nutzung der ambulanten Versorgung sind Bequemlichkeitserwägungen (6, 2224) oder die Erwartung einer besseren Versorgung in der Notaufnahme als im ambulant kassenärztlichen Bereich (23, 25). In unserer Studie spielten diese individuellen Beweggründe bei fast jedem vierten Patienten eine Rolle.

Nichtgeöffnete Praxen von Hausärzten oder Fachspezialisten werden häufig in der Literatur thematisiert (26, 27) und in unserer Studie von fast einem Drittel der Patienten als ein Grund für den Notaufnahmebesuch angeführt. Allerdings könnte diese Wahrnehmung der Verfügbarkeit ambulanter Ärzte in deutschen Großstädten wie Hamburg möglicherweise eher auf die Patientenerwartung einer Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit an 7 Tagen der Woche hindeuten als auf strukturelle Versorgungsdefizite.

Stärken und Limitationen der Untersuchung

Die Beschwerden der Patienten wurden über ärztliche Diagnosen erfasst. Für alle anderen Variablen wurden Patientenangaben verwendet, die nicht in jedem Fall mit einer ärztlichen Sicht übereinstimmen. Dies betrifft augenscheinlich auch die Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit (28). Allerdings lagen Angaben zur Triagierung nur für 50 % der Patienten vor. Bei den Angaben zu „Einweisungen“ sind Missverständnisse und Falschangaben möglich, zum Beispiel die Interpretation einer ärztlichen Äußerung, mit der der Patient seinen Aufenthalt in der Notaufnahme rechtfertigt. Gründe für den Notaufnahmebesuch waren zudem zu verschiedenen Tageszeiten/Wochentagen unterschiedlich häufig genannt worden, zum Beispiel die Angaben zur Verfügbarkeit niedergelassener Ärzte.

Bei den statistischen Analysen ist zu beachten, dass die schrittweise Rückwärtsselektion sensibel auf Unterschiede in der Verteilung der Variablen reagiert. Das identifizierte Modell ist deshalb nicht notwendigerweise der beste Satz von Prädiktoren für hohe subjektive Behandlungsdringlichkeit. Da der Anteil der erklärten Varianz nur bei 11,0 % liegt, sind offensichtlich noch weitere Faktoren für Patienten mit niedriger subjektiver Behandlungsdringlichkeit charakteristisch. Zudem liegen manche der identifizierten Prädiktoren nur bei einem kleinen Teil des Patientenkollektivs vor (zum Beispiel Ohrenschmerzen/Ohrenausfluss bei 1,6 % der Patienten).

Mit 1 175 Patienten hat PiNo Nord eine vergleichsweise hohe Fallzahl, die differenzierte Analysen möglich macht. Allerdings waren vier von fünf Kliniken in großen Universitätsstädten angesiedelt und der ländliche Raum war in der Studie nicht vertreten. Ebenso wurden nur Häuser aus dem Norden Deutschlands berücksichtigt. In Schleswig-Holstein werden Patienten mit nichtdringlichen Beratungsanlässen abends und am Wochenende regelhaft an die den Kliniken angegliederten Anlaufpraxen weiterverwiesen, die deshalb zusätzlich für den Patienteneinschluss genutzt wurden. Auf diesem Weg könnten auch einige Patienten in die Studie gelangt sein, die eine kassenärztliche Notfallpraxis aufsuchen wollten.

Patienten konnten nicht an der Studie teilnehmen, wenn bei ihnen sofortiger/sehr dringender Behandlungsbedarf oder hohe Beschwerdelast vorlagen. 33,8 % der geeigneten Patienten verweigerten die Studienteilnahme. Außerdem wurden Patienten ausgeschlossen, wenn sie zum Beispiel aufgrund eines tageszeitbedingt niedrigen Patientenaufkommens vor Aufklärung, Einwilligung oder Interview behandelt wurden oder wenn sie innerhalb des Klinikums direkt in eine andere Abteilung verlegt wurden. Letzteres betraf vor allem Patienten mit gynäkologischen Konsultationsanlässen.

Demgegenüber konnten Patienten mit einer deutsch- oder englischsprachigen Kurzfassung befragt werden, sodass auch Patienten mit schlechteren Deutschkenntnissen an der Studie teilnehmen konnten. Aufgrund der Zufallszuteilung der Erhebungstage im Erhebungszeitraum wurde die Abhängigkeit der Studienergebnisse von Ereignissen wie Grippewellen oder Fernsehreportagen minimiert. Außerdem wurden in weiten Teilen des Interviews offene Fragen gestellt, die den Befragten ermöglichten, unvorhergesehene Antworten zu geben.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 3. 2017, revidierte Fassung angenommen: 27. 7. 2017

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Martin Scherer
Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
m.scherer@uke.uni-hamburg.de

Zitierweise
Scherer M, Lühmann D, Kazek A, Hansen H, Schäfer I:
Patients attending emergency departments—a cross-sectional study of subjectively perceived treatment urgency and motivation for attending. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 645–52. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0645

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabelle:
www.aerzteblatt.de/17m0645 oder über QR-Code

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Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf:
Prof. Dr. med. Scherer, Dr. med. Lühmann, Agata Kazek, Dr. rer. hum. biol. Hansen, Dr. phil. Schäfer
Danksagung
Die Studie wurde gefördert von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland. Die Erhebung fand an der Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt zu Flensburg, den Sana Kliniken Lübeck, dem Katholischen Marienkrankenhaus Hamburg, dem Bethesda Krankenhaus Bergedorf und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf statt. Wir danken den Förderern und den beteiligten Kliniken für die Ermöglichung dieser Untersuchung.
Rekrutierungsverlauf
Grafik 1
Rekrutierungsverlauf
Triagierung durch Klinikpersonal und Selbstangaben des Patienten zur Behandlungsdringlichkeit (n = 1 175)
Grafik 2
Triagierung durch Klinikpersonal und Selbstangaben des Patienten zur Behandlungsdringlichkeit (n = 1 175)
Unterschiede zwischen Patienten mit niedriger (blaue Balken) und hoher subjektiver Behandlungsdringlichkeit (rote Balken)
Grafik 3
Unterschiede zwischen Patienten mit niedriger (blaue Balken) und hoher subjektiver Behandlungsdringlichkeit (rote Balken)
Soziodemografische Daten
Tabelle 1
Soziodemografische Daten
Subjektive Gründe dafür, dass das Problem nicht ambulant bewältigt wurde*
Tabelle 2
Subjektive Gründe dafür, dass das Problem nicht ambulant bewältigt wurde*
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