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Eine 72-jährige Patientin hat bei ihrem Internisten wegen ihrer seit Jahren bekannten Polymyalgia rheumatica einen Kontrolltermin. Bei dieser Gelegenheit berichtet sie über starke Kopfschmerzen, die vor wenigen Tagen aufgetreten sind. Sie habe das Gefühl, dass „die Schläfen in einem Schraubstock stecken“. Bei der körperlichen Untersuchung fällt über der rechten Schläfe ein derber Strang auf. Die darüberliegende Haut ist leicht gerötet. Die gesamte Kopfhaut ist berührungsempfindlich. Erst auf Nachfrage gibt sie an, dass sie am Vortrag ganz kurz das Gefühl hatte, auf einem Auge nichts mehr zu sehen.

(HE-Färbung): Die Gefäßwand ist deutlich verdickt und das Lumen eingeengt. Es finden sich Infiltrate von Entzündungszellen
Bild 1
(HE-Färbung): Die Gefäßwand ist deutlich verdickt und das Lumen eingeengt. Es finden sich Infiltrate von Entzündungszellen
Bild 2 (EvG-Färbung): Die elastischen Lamellen sind entzündlich destruiert und werden von Riesenzellen phagozytiert.
Bild 2
Bild 2 (EvG-Färbung): Die elastischen Lamellen sind entzündlich destruiert und werden von Riesenzellen phagozytiert.
Grundschrift_ohne_Einzug">Noch in der Praxis wird eine intravenöse hochdosierte Steroidtherapie begonnen und die Patientin stationär eingewiesen.

In der Augenklinik werden eine stark beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (Sturzsenkung) und ein erhöhtes CRP festgestellt. Die rechte Temporalarterie wird biopsiert. BILD 1 und BILD 2 zeigen die histopathologischen Veränderungen.

Auflösung

Die Patientin leidet an einer Riesenzellarteriitis (Synonyme: Arteriitis temporalis, Morbus Horton).

Hintergrund

Diese Vaskulitis befällt die Äste der A. carotis und damit auch die retinale Zentralarterie. Die Amaurosis fugax zeigt eine drohende Erblindung an.

Therapie

Es ist eine umgehende hochdosierte Steroidtherapie indiziert, die für zwei Jahre fortgeführt werden muss.

PD Dr. med. Helene Geddert, Städtisches Klinikum Karlsruhe

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