ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2017Pilotprojekt: Krankschreibung per Mausklick

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Pilotprojekt: Krankschreibung per Mausklick

Dtsch Arztebl 2017; 114(39): A-1773 / B-1509 / C-1479

Maybaum, Thorsten; EB

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Ab dem 1. Oktober können niedergelassene Ärzte in einem Pilotprojekt eine Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) für Patienten der Techniker Krankenkasse (TK) per Mausklick direkt aus der Praxissoftware an die Krankenkasse schicken. Darauf hat die TK hingewiesen. Ziel ist es, die Abläufe zu verschlanken und Bürokratie abzubauen.

Der Ausdruck des „gelben Scheins“ für die Kasse wird künftig für die teilnehmenden Arztpraxen verzichtbar. Foto: Gerhard Seybert/stock.adobe.com
Der Ausdruck des „gelben Scheins“ für die Kasse wird künftig für die teilnehmenden Arztpraxen verzichtbar. Foto: Gerhard Seybert/stock.adobe.com

Teilnehmen können bis zu 1 000 Ärzte, die das Praxisprogramm MediSoftware nutzen und zusätzlich ein Konto beim digitalen Dienst SafeMail der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein haben. Die Krankmeldung wird von der Praxissoftware automatisch mit einer elektronischen Signatur versehen und läuft dann über das Datennetz der KV und einen Datenserver des Ersatzkassenverbands an die TK.

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Bisher muss der Arzt für seine Patienten bei einer AU-Bescheinigung ein DIN-A5-Formular in dreifacher Ausfertigung drucken. Ein Exemplar leitet der Patient an die Krankenkasse weiter, ein Ausdruck ist für den Arbeitgeber, ein Papier für die eigenen Unterlagen. Bei 75 Millionen Krankschreibungen im vergangenen Jahr fielen so 225 Millionen DIN-A5-Blätter in Deutschlands Arztpraxen an, rechnet die TK vor.

„Der Ausdruck für die Krankenkasse entfällt bei unserem Projekt“, erklärte der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast. Die Kasse erhielte die Krankschreibung so „innerhalb von Sekundenbruchteilen“. Hinzu komme, dass die Kasse eingehende Bescheinigungen nicht erst wieder einscannen und erfassen müsste. Der Patient spare sich Briefporto oder Hochladen der Krankschreibung über das Internet. Die Arztpraxis könne auf den Ausdruck des „gelben Scheins“ für die Kasse verzichten.

Als Nächstes will die TK die elektronische Information an die Arbeitgeber in das Programm einbinden. may/EB

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