ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2017Methadon: Nicht unterschätzen
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Die Artikel zum Schwerpunktthema Methadon sind erkennbar vom Olymp derjenigen aus geschrieben, die mit den Niederungen der Basisversorgung und mit Methadon nichts zu tun haben. Die Dämaonisierung eines Opioids, mit dem in Deutschland Zehntausende Suchtpatienten substituiert werden, nimmt schon skurile Formen an.

... Eine Minimalanforderung wäre sicher, alle jetzt unter dem Aspekt Methadon und Krebsbehandlung laufenden Therapien wissenschaftlich zu erfassen, bei den medizinischen Cannabinoiden geht so etwas ja auch seit März dieses Jahres, sogar per Bundesgesetz! Ansonsten bitte ich um Verständnis, dass Krebspatienten in vorangeschrittenem Stadium nicht auf die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien, die dann in zwei Jahren vielleicht vorliegen, warten können oder wollen.

Nach sorgfältiger Aufklärung über Pro und Kontra und engmaschiger Überwachung vor allem in der Eindosierungsphase (was Standard jeder Opioid-Therapie sein muss!) ist eine solche Opioidrotation auf Methadon durchaus zulässig und ethisch vertretbar. Ethisch vertretbar ist in der Tat nicht, Patienten, die sich an diesen „Strohhalm“ laut Ihrer Diktion klammern, eine solche Opioidrotation zu versagen. Auch für Pharmakotherapien gilt, dass sie auf Willen und mit Zustimmung des Patienten stattfinden müssen! Ein wenig mehr als „Strohhalm“ liegt ja auch durch die bisher gesammelten Epikrisen von Frau Friesen, Herrn Hilscher und anderen vor. Die Macht des „inneren Heilers“, gerne auch als „Placebo“ belächelt, sollte man auch bei Krebspatienten nicht unterschätzen!

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Dr. med. Günther Bittel, 47226 Duisburg

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