ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2017Behandlung: Neuer Ratgeber hilft Patienten, Fehler anzusprechen

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Behandlung: Neuer Ratgeber hilft Patienten, Fehler anzusprechen

Dtsch Arztebl 2017; 114(39): A-1767 / B-1499 / C-1469

Gießelmann, Kathrin

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Nachdem das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) Empfehlungen für Ärzte zu Gesprächen mit Patienten und Angehörigen in einer Broschüre veröffentlicht hat, folgte Mitte September ein Ratgeber für Patienten. Mit der neuen Broschüre „Reden ist der beste Weg“ will das APS Patienten ermutigen, öfter nachzuhaken und Fehler bei Verdacht gegenüber dem Arzt anzusprechen.

Nach Meinung des APS sollten die Patienten der Taktgeber für mehr Patientensicherheit sein. „Patienten dürfen nicht alles hinnehmen. Sie sollten medizinisches Personal hinterfragen und bei Verständnisproblemen nachfragen“, sagt Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS. In der Broschüre erfahren Patienten und Angehörige, welche Rechte sie haben, finden Gesprächsanregungen bei Zwischenfällen und Behandlungsfehlern und Adressen zur Beratung.

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In erster Linie verursache eine mangelhafte Kommunikation im Gesundheitswesen Behandlungsfehler. Bisher gibt es nur Schätzungen zu den Fallzahlen: Eine globale Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation berichtete 2013 im BMJ Quality and Safety, dass sich im Gesundheitswesen weltweit etwa 43 Millionen Schadensfälle pro Jahr ereignen – mit etwa 121 Milliarden Euro vermeidbaren Kosten. Etwa zwei Drittel aller unerwünschten Ereignisse basieren auf menschlichen Fehlern, die vermeidbar wären. „Davon sind zwischen 25 und 80 Prozent auf schlechte Kommunikation zurückzuführen“, erläutert Annegret F. Hannawa von der Universität Lugano statistische Hochrechnungen aus dem Jahr 2010.

Die Broschüre steht zum kostenfreien Download auf der Webseite des APS bereit. gie

http://daebl.de/KA87

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