ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Weibliche Vorbilder ermuntern Frauen, Karriere zu machen

Dtsch Arztebl 2017; 114(39): [4]

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Frauen entscheiden sich häufiger für den Wettbewerb mit anderen, wenn sie zuvor ein erfolgreiches weibliches Vorbild beobachtet haben. Das zumindest ergab eine Studie des Teams um Prof. Dr. Alexandra Niessen-Rünzi von der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim.

Foto: fotogestoeber/stock.adobe.com
Foto: fotogestoeber/stock.adobe.com

In ihrer Studie forderten die Forscher 500 US-amerikanische Frauen und Männer auf, so viele Kopfrechenaufgaben wie möglich zu lösen. Danach wollten sie von ihnen wissen, ob sie auf Basis ihrer eigenen Leistungen bezahlt werden oder in einen Wettbewerb mit anderen Teilnehmern eintreten wollen, von denen nur der Beste entlohnt wird. Das Ergebnis: Signifikant mehr Männer als Frauen entschieden sich für den Wettbewerb, obwohl es keine Unterschiede in der Zahl richtig gelöster Rechenaufgaben gab. „Selbst die Männer mit dem schlechtesten Ergebnis haben sich häufiger für den Wettbewerb entschieden als die besten Frauen“, sagte Niessen-Rünzi.

Dies bestätige ein in der Literatur bereits bekanntes Phänomen. Darüber hinaus habe die Studie gezeigt, dass das Ergebnis anders ausfalle, wenn Frauen vor ihrer Entscheidung ein weibliches Vorbild beobachten. Dazu zeigten die Forscher den Probanden Videos von erfolgreichen Frauen, zum Beispiel von Tennisspielerin Serena Williams und Pri-vate Equity Managerin Nour Al Nuaimi. In den Videos schilderten die Frauen ihre Erfolgserlebnisse und was für ein tolles Gefühl es sei zu gewinnen. Nachdem die Studienteilnehmerinnen die Videos gesehen hatten, entschieden sich weit mehr für den Wettbewerb. Auf die männlichen Studienteilnehmer hatten die Videos dagegen keinen nachweisbaren Einfluss.

Eigentlich stehe sie dem Vorschlag, eine Quote für Frauen in Führungspositionen einzuführen, skeptisch gegenüber, sagte Niessen-Rünzi. Doch zeige die Studie, dass die Quote auch positive Effekte haben könne. So wären mehr weibliche Vorbilder verfügbar, die andere Frauen zu einem karriereorientierten Verhalten ermuntern könnten. EB

Anzeige

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.