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Wir bedanken uns bei allen Autoren der Leserbriefe für das Interesse und die Rückmeldungen zu unserem Beitrag (1).

Zum Diskussionsbeitrag von Herrn Prof. Abholz: Wie in Grafik 2 dargestellt, erhielten 63,3 % der Schwangeren ausschließlich den Vortest. Bei 12,7 % wurde zusätzlich der diagnostische Test durchgeführt. Damit sind 76 % der Schwangeren wie in den Mutterschafts-Richtlinien (2) festgelegt getestet worden, eine Beliebigkeit der Durchführung lässt sich aus unserer Sicht hier nicht ableiten. Das Screening ist gemäß Mutterschafts-Richtlinien ein optionales Angebot, begleitet von einer transparenten Darstellung der Vor- und Nachteile (siehe Anlage 6 der Mutterschafts-Richtlinien; [2]). Der Verzicht der Schwangeren auf das angebotene Screening kann damit nicht mit einer „nicht kunstgerechten“ Versorgung gleichgesetzt werden. Lediglich 4,8 % der Kohorte haben einen diagnostischen Test ohne dokumentierten Vortest bekommen, Gründe für diese Vorgehensweise können aus den Leistungsdaten nicht abgeleitet werden.

Die Gründe für die Einführung des Screenings durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) waren nicht Gegenstand der vorgelegten Analyse, wie in der Einleitung dargestellt basierte die Entscheidung auf einem Gutachten des IQWiG (3).

Zum Diskussionsbeitrag von Herrn Prof. Stang: Wir haben mehrfach diskutiert, welche Darstellungsweise der relativen Häufigkeiten sinnvoll und verständlich ist. Die Darstellung über ein Kreisdiagramm mit einem äußeren (angewandtes Testverfahren) und einem inneren Ring (resultierende GDM-Diagnose vs. keine) erschien uns hier schlüssig. Die Bezugsgröße bei beiden Ringen ist die gesamte Studienkohorte (N = 567 191). Stellt man die Anzahl der Schwangeren mit GDM und „nur Vortest“ (N = 25 019) in Relation zur gesamten Studienkohorte, erhält man 4,4 %. Würde der innere Ring als Bezugsgröße ausschließlich die Schwangeren mit GDM darstellen, läge der Anteil, wie von dem Autor beschrieben, bei 33 %. Wir haben uns bewusst für die Darstellung beider Teilpopulationen mit dem Bezug auf die gleiche Population (gesamte Studienkohorte) entschieden, da uns diese am verständlichsten erschien (1). Wir werden die wertvolle Anregung für zukünftige Arbeiten aber gerne aufnehmen und die Darstellung anhand von Kreisdiagrammen in Zukunft kritisch überdenken.

Zum Diskussionsbeitrag von Frau Dr. Reeske und Herrn Prof. Spallek: Wir teilen die Einschätzung der Autoren. Es sind weitere Studien zur Behandlung des GDM, zum Behandlungsergebnis sowie zu den prädiktiven Faktoren für die Entwicklung eines GDM erforderlich, insbesondere bei den Hinweisen auf die erhöhte Prävalenz, die sich aus unseren Analysen ableiten lassen.

Zum Diskussionsbeitrag von Herrn Dr. Kleinwechter et al.: Wie im Text und in Grafik 1 beschrieben, wurden Frauen mit vorbestehendem Diabetes nicht in die Prävalenzberechnung einbezogen, sondern vorab aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen (N = 5 363). Bei 1 % der Frauen wurde erstmals während der laufenden Schwangerschaft ein manifester Diabetes codiert (N = 5 956). Zieht man diese Fälle von der Gesamtprävalenz ab, so kommt man, wie im Text dargestellt, auf eine GDM-Prävalenz von 12,2 %. Auf detaillierte Erklärungen zu der Frage, warum GDM-Diagnosen ohne in den Leistungsdaten dokumentierte Testung (1,8 %) beziehungsweise nur auf Basis des Vortests (4,4 %) gestellt wurden, haben wir verzichtet. Hier kann es sich um Frauen handeln, bei denen die Diagnose auf Basis anderer als der von den Mutterschafts-Richtlinien vorgegebenen Tests beziehungsweise außerhalb des ambulanten Leistungskatalogs gestellt wurde, zum Beispiel bei Über- oder Unterschreitung des für die Testabrechnung geforderten Zeitraums (4). Diese Erklärungen bleiben aus den uns vorliegenden Daten jedoch spekulativ.

Gegenkontrollen unter Verwendung von Insulinbehandlungen, wie von den Autoren gefordert, sind auf Basis des zur Verfügung stehenden Datensatzes nicht möglich; nach unserer Kenntnis wäre allerdings eine solche Validierung auch wegen der bekannt heterogenen Vorgehensweise bei der Insulinbehandlung mit Verzerrungen behaftet (4).

Da die gewählte Grundgesamtheit circa 80 % der aktuellen in der Geburtenstatistik ausgewiesenen Geburten eines Jahres umfasst, gehen wir von Repräsentativität der Kohorte aus. Die zu beachtenden Limitationen der Leistungsdatenanalysen werden im Text ausführlich benannt. Die resultierende GDM-Prävalenz entspricht den aktuellen Schätzungen für Europa.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0690b

Für die Autoren

Dr. phil. Hanne Melchior
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Dezernat 7 – Sektorenübergreifende Qualitäts- und Versorgungskonzepte
Abteilung Indikationsbezogene Versorgungskonzepte, Berlin
hmelchior@kbv.de

Interessenkonflikt

Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Melchior H, Kurch-Bek D, Mund M: The prevalence of gestational diabetes—a population-based analysis of a nationwide screening program. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 412–8 VOLLTEXT
2.
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“). www.g-ba.de/downloads/62–492–1223/Mu-RL_2016–04–21_2016–07–20.pdf (last accessed on 16 August 2017).
3.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): Screening auf Gestationsdiabetes – Abschlussbericht. www.iqwig.de/download/S07–01_Abschlussbericht_Screening_auf_Gestationsdiabetes.pdf (last accessed on 16 August 2017).
4.
Adamczewski H, Weber F, Faber-Heinemann G, Heinemann L, Kaltheuner M: Einfluss der Gestationsdiabetes-Leitlinie der DDG auf die Versorgungsrealität: Analysen des Register GestDiab. Diabetol Stoffwechs 2016; 11: 341–9.
1. Melchior H, Kurch-Bek D, Mund M: The prevalence of gestational diabetes—a population-based analysis of a nationwide screening program. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 412–8 VOLLTEXT
2. Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“). www.g-ba.de/downloads/62–492–1223/Mu-RL_2016–04–21_2016–07–20.pdf (last accessed on 16 August 2017).
3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): Screening auf Gestationsdiabetes – Abschlussbericht. www.iqwig.de/download/S07–01_Abschlussbericht_Screening_auf_Gestationsdiabetes.pdf (last accessed on 16 August 2017).
4.Adamczewski H, Weber F, Faber-Heinemann G, Heinemann L, Kaltheuner M: Einfluss der Gestationsdiabetes-Leitlinie der DDG auf die Versorgungsrealität: Analysen des Register GestDiab. Diabetol Stoffwechs 2016; 11: 341–9.

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