ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2017Methadon: Nur vergleichen
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Ich danke für die Stellungnahme zu einer sehr aktuellen Diskussion mit Darstellung des Gefahrenpotenzials von Methadon durch die im Einzelfall extrem lange Halbwertzeit. Sehr gut finde ich den Vorschlag, die vorhandenen Erfahrungen zu sammeln und auszuwerten, meinetwegen in „best“ und „worst case series“. Früher gab es auch sogenannte Fall-Kontroll-Studien. Das kostet keine Millionen, dauert nicht viele Jahre und müsste relativ schnell einen Trend aufzeigen. Viele Erkenntnisse in der Medizin sind so gewonnen worden vor der Entwicklung von randomisiert prospektiv und doppelt verblindeten „hochwertigen“ Studiendesigns. Frei nach Goethe: „Was ist das schwerste von allem? Was dir das leichteste dünket: Mit den Augen zu sehen, was vor den Augen dir lieget.“ Also wer macht es, wo kann man Fallberichte hinschicken?

Es handelt sich gerade nicht um Alternativmedizin, sondern um Komplementärmedizin, eine zusätzliche „add on“-Maßnahme bei einer ganz konventionellen Chemotherapie, häufig um prognostisch sehr ungünstige Fälle. Man muss also nur vergleichen, ob diese Zusatzbehandlung einen Unterschied macht zu den bisherigen reichlich vorhandenen Daten. Ich habe die Fernsehberichte gesehen. Einzelfälle, ist mir klar, aber erstaunlich, und im Wesentlichen einfach dokumentiert, nicht tendenziell kommentiert.

Ich bin ein niedergelassener Allgemeinarzt und behandle ganz konkrete Patienten so gut ich kann und natürlich soweit wie möglich wissenschaftlich gut fundiert. Aber ich kann verstehen, wenn ein schwerkranker Patient mit schlechter Prognose, der vor mir sitzt, nicht jahrelang auf das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie warten möchte. Ich hoffe, dass es bald mehr Erkenntnis gibt!

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Dr. med. Dankwart Burchard, 83313 Siegsdorf

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