ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1999Neurologische Defizite häufig bei Glutenüberempfindlichkeit

MEDIZIN: Referiert

Neurologische Defizite häufig bei Glutenüberempfindlichkeit

Dtsch Arztebl 1999; 96(41): A-2601 / B-2233 / C-2077

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LNSLNS 1887 beschrieb Dr. Samuel Gee das Krankheitsbild der Zöliakie als glutensensitive Enteropathie. 1966 wurde dann von Marks auf die Ähnlichkeit zwischen Zöliakie und Dermatitis herpetiformis hingewiesen. Bereits damals wurde betont, daß neurologische Störungen bei diesen Patienten, eine zerebellare Ataxie oder eine periphere Neuropathie, häufig anzutreffen seien. Zwischenzeitlich wurde die Diagnostik mit dem Nachweis von Antigliadin-Antikörpern (IgG, IgA) beziehungsweise Endomysium-Antikörpern verfeinert, wobei bei Patienten mit unklaren neurologischen Störungen häufig entsprechende Antikörper nachweisbar sind, während histologische Veränderungen im Dünndarm nur in 35 Prozent bestehen. Die Autoren empfehlen deshalb bei Patienten mit unklaren zerebellaren oder peripheren neurologischen Ausfallserscheinungen IgG-AntigliadinAntikörper zu bestimmen, die eine hohe Sensitivität für eine entsprechende Glutensensitivität signalisieren, während die IgG-Bestimmung für den Nachweis einer Darm­er­krank­ung nur bedingt verwendungsfähig ist. Hier scheint die Assoziation mit dem HLA-DQ2, das bei über 90 Prozent der Patienten nachweisbar ist, aussagekräftiger zu sein. Bei Patienten mit zerebellarer Ataxie oder unklarer peripherer Neuropathie führt die Dünndarmbiopsie in der Regel nicht weiter, sondern nur die Bestimmung von Gliadin-Antikörpern, wobei beide Ausfallserscheinungen unter einer glutenfreien Kost reversibel sind. w
Hadjivassiliou M, Grünewald RA, Davies-Jones GAB: Gluten sensitivity: a many headed hydra. Heightened responsiveness to gluten is not confined to the gut. Br Med J 1999; 318: 1710-1711.
Department of Neurology, Royal Hallamshire Hospital, Sheffield S10 2JF, Großbritannien.

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