MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Eine scheinbare Zungenschwellung

Apparent swelling of the tongue

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(43): 738; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0738b

Engelbarts, Matthias; Helling, Kai; Tanyildizi, Yasemin

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Ein 51-jähriger Mann wurde nach einer erfolglosen auswärtigen antibiotischen Behandlung, die wegen eines Verdachts auf einen Zungenabszess durchgeführt wurde, vorgestellt. Er berichtete über eine linksseitige Schwellung der Zunge seit 6 Tagen, der stärkste Kopfschmerzen vorangegangen seien. Klinisch imponierte die Zunge linksseitig verdickt mit einer Verlagerung der Mittellinie nach rechts allerdings ohne typische Entzündungszeichen. Beim Herausstrecken waren eine Seitenabweichung nach links sowie linksseitige Faszikulationen erkennbar. Neben der Hypoglossusparese links zeigten sich ipsilaterale Paresen des Nervus facialis (House-Brackmann Grad 2) und des Nervus vagus, letztere durch einen Stimmlippenstillstand. Eine computertomographische Angiographie des Schädels ergab eine Dissektion der Arteria carotis interna links unterhalb der Schädelbasis. Der stationären Aufnahme des Patienten folgte eine Antikoagulation mit Heparin, die auf Phenprocoumon umgestellt wurde. Im poststationären Verlauf persistierte die Schwäche des Nervus hypoglossus bei Rückbildung der Facialis- und Vagusparese. Die klinisch seltene Hirnnervenbeteiligung bei einer Dissektion der Arteria carotis interna war in diesem Fall für die Diagnose ausschlaggebend.

Eine scheinbare Zungenschwellung
Abbildung
Eine scheinbare Zungenschwellung

Dr. med. Matthias Engelbarts, PD Dr. med. Kai Helling, Hals-, Nasen-, Ohrenklinik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, matthias.engelbarts@unimedizin-mainz.de

Dr. med. Yasemin Tanyildizi, Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Johannes Gutenberg Universität-Mainz

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Engelbarts M, Tanyildizi Y, Helling K: Apparent swelling of the tongue. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 738. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0738b

The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

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