ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2017Heilpraktikerwesen: Wenig Antworten
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Unverständlich, dass Herr Maibach-Nagel nicht den historischen Zusammenhang darstellt, wie der Heilpraktiker entstanden ist: Die Nazis hatten 1939 die jüdischen Ärzte entweder vergast, ins Konzentrationslager gesteckt oder ins Exil getrieben. Die Bevölkerung brauchte aber eine medizinische Betreuung. So entstand der „deutsche Hilfsarzt“ – der „schnell besohlte“ Heilpraktiker. Leider hatten es die Alliierten verpennt, diesen 1945 abzuschaffen, und Adenauer hatte es wohl auch nicht gewollt?

Nun hat die Bundesrepublik ihn am Hals, und leider hat er zuweilen sogar eine Berechtigung: Weil die Medizin wenig Antworten hat auf chronische Krankheiten, und da laufen die Menschen eben auch mal zum Heilpraktiker.

Wenn der Beruf, wie im „Münsteraner Memorandum“ gefordert, stärker kontrolliert werden würde und er zum Beispiel die TCM integrieren müsste und mehr EBM-basiert arbeiten würde (Homöopathie und der ganze Esoterik-Kleister raus), könnte aus ihm durchaus ein guter Helfer an der Seite der Akutmediziner werden ...

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Dr. med. Sven-Dirk Schulz, 04109 Leipzig

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