ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2017Psychotherapie: Der Zahnarzt als Vorbild
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... Uns wird nahegelegt, die Approbation eines Arztes, der als Generalist für die gesamte Heilkunde seine Approbation erhält, wäre vergleichbar mit der Approbation eines Psychotherapeuten, also eines Spezialisten. ... Das wäre so, als ob sich ein Medizinstudent nach seiner ärztlichen Approbation Gynäkologe nennen dürfte, nur weil er einige Semester Gynäkologie gehört und eine Famulatur dort gemacht hat.

Wenn ein zutreffender ordnungspolitischer Rahmen für die Approbation eines Spezialisten gewählt werden sollte, dann müsste doch der Zahnarzt als Vorbild dienen. Dieser bekommt nach einem langjährigen Studium mit einem sehr hohen Praxisanteil und zahlreichen praktischen Prüfungen seine Approbation als Zahnarzt, weil er seinen Beruf nachweislich beherrscht und macht auch danach keine fünfjährige Weiterbildung mehr, um kassenärztlich zugelassen zu werden. Warum ein ähnliches Modell, das schon vor Jahren als duale Direktausbildung nicht nur durch den Spitzenverband der Krankenkassen an den Gesetzgeber herangetragen wurde, nicht Gegenstand der Debatte ist, wäre doch eine tiefer gehende Recherche wert, auch wenn sie einigen Akteuren nicht gefallen sollte. Und wären nicht auch die Motive der Politik zu recherchieren, die seit neun Jahren die Klärung der Bezahlung der Ausbildungskandidaten „alternativlos“ an dieses Ausbildungsmodell bindet, somit die Psychotherapeuten in Ausbildung als Geiseln ihrer Absichten missbraucht und jede Kritik mit dem Totschlagargument der prekären Situation der PIA kontert?

Prof. Dr. med. Michael Geyer, 99094 Erfurt

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