ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2017Yoshitake Yokokura: Gesundheit als Sozialkapital

PERSONALIEN

Yoshitake Yokokura: Gesundheit als Sozialkapital

Dtsch Arztebl 2017; 114(45): A-2113 / B-1777 / C-1735

Korzilius, Heike

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Yoshitake Yokokura, Foto: dpa
Yoshitake Yokokura, Foto: dpa

Dr. Yoshitake Yokokura (73), MD, ist Mitte Oktober zum Präsidenten des Weltärztebundes gewählt worden. Der Chirurg, der in Miyame, im Südwesten Japans, ein eigenes Krankenhaus betreibt, steht seit 2012 dem Japanischen Ärzteverband vor. In dieser Rolle ist er ein gesuchter Gesprächspartner der Gesundheitspolitiker in seinem Land. Auch im neuen Amt werde er versuchen, seinen Einfluss geltend zu machen und sich für die Gesundheit aller Menschen einzusetzen, versprach er. Dieses Ziel lasse sich jedoch nur verwirklichen, wenn weltweit das Prinzip der allgemeinen Kran­ken­ver­siche­rung eingeführt werde, wie es die Vereinten Nationen in ihren Nachhaltigen Entwicklungszielen verankert hätten.

Yokokuras Vorbilder sind seine Eltern. Weil es im Heimatdorf keine medizinische Einrichtung gab, errichtete der Vater, ein Militärarzt, eine Ambulanz, in der er sich aufopferungsvoll auch um die Patienten kümmerte, die sich eine Behandlung nicht leisten konnten. Die Mutter habe die eigenen Kimonos verkauft, um Arzneimittel für die Armen zu finanzieren. „Das ist für mich der Geist der Gesundheitsversorgung“, sagt Yokokura. Nach seiner Ansicht ist es zentrale Aufgabe des Arztes, die Patienten nach ihren Bedürfnissen zu behandeln. Angesichts der demografischen Entwicklung müsse die Medizin neben dieser Art der Basisversorgung aber auch dazu beitragen, den Menschen ein Altern in Gesundheit zu ermöglichen. Deutschland fühlt sich Yokokura verbunden, seit er Ende der 1970er-Jahre zwei Jahre am Krankenhaus Detmold verbrachte. Heike Korzilius

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige