ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1996Brustkrebs: Sono hilft viele Probleme zu lösen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Brustkrebs: Sono hilft viele Probleme zu lösen

Madjar, Helmut

Zu dem Akut-Beitrag "Früherkennung von Brustkrebs: Sono ist kein Ersatz für Mammographie" von Ursula Werneke und Annegret Haasche in Heft 13/1996
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Im Spiegel 6/1996 erschien ein Artikel, der die Vorteile des hochauflösenden Ultraschalls als Ergänzung zur Mammographie darstellte. Der Beitrag im DÄ läßt erkennen, daß dies mißverstanden wurde, der Wert des Ultraschalls zum Erkennen von nicht tastbaren Tumoren wird in Frage gestellt. Außerdem wird geäußert, daß falsch positive Ergebnisse zusätzlich unnötige Operationen erfordern würden. Diese Aussage steht im Widerspruch zu neueren Literaturdaten. Vor fünf bis zehn Jahren galt der Ultraschall als Methode zur Abklärung von tastbaren Knoten oder Zysten. Moderne und hochwertige Ultraschallgeräte haben eine wesentlich bessere Auflösung und Kontrastdarstellung. Leider haben viele Diagnostiker diese Entwicklung übersehen und setzen veraltete Geräte ein, die das Erkennen von kleinen Tumoren nicht ermöglichen. Es gibt auch Untersucher, die hochwertige Geräte benützen, die Brust aber nur punktuell nach tastbaren Veränderungen untersuchen. Nur wenn diese Methode benutzt wird, den gesamten Drüsenkörper nach abnormen Veränderungen abzusuchen, ist zu erwarten, daß Frühkarzinome tatsächlich gefunden werden. Daß dies möglich ist, zeigt sich am Erfolg in zunehmend vielen Zentren und Arztpraxen. Um dies flächendeckend zu gewährleisten, müßte man jedoch die Ausbildungs- und Geräterichtlinien reformieren. Es geht nicht darum, die Mammographie durch den Ultraschall zu ersetzen. Es ist aber nicht akzeptabel, daß mit Argumenten der achtziger Jahre eine Methode ausgebremst wird, die bei geeigneter Geräteauswahl und bei entsprechender Untersuchungstechnik hilft, viele Probleme zu lösen.
Daher ist eine Reform der Richtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit dem Ziel einer besseren Qualitätskontrolle zu fordern. Durch die Anfang diesen Jahres erfolgte Pauschalierung der Ultraschalleistungen wird der Einsatz hochwertiger Ultraschallgeräte bestraft. Man kann allen in der Brustdiagnostik tätigen Kollegen nur empfehlen, die Scheuklappen abzulegen und zu lernen, den Ultraschall als Instrument zu benutzen, mit dem die Brust als Gesamtorgan durchuntersucht wird. Wenn die Mammographie als BasisSuchmethode bei Frauen jenseits des 40. Lebensjahres beibehalten wird, so ist zumindest bei jüngeren Frauen eine Verbesserung der Krebsdiagnostik und eine Reduzierung der falsch positiven Befunde durch den Ultraschall zu erwarten.
Priv.-Doz. Dr. med. Helmut Madjar, Universitäts-Frauenklinik Freiburg, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote