KULTUR

Kulturkalender: Starke Frauen

PP 16, Ausgabe November 2017, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis Anfang 2019:

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika

Eine Figur aus dem Königreich Benin neben einem Putto von Donatello: beide in ähnlicher Körperhaltung und aus Metall gefertigt; die Figur wurde als ethnologischer Gegenstand, der Putto als Kunstwerk klassifiziert. Die spannende Gegenüberstellung von Meisterwerken afrikanischer und europäischer Bildhauerkunst im Bode-Museum lädt dazu ein, den durch gesellschaftliche Konventionen geprägten Prozess des Sehens und Vergleichens zu hinterfragen. Ein Glücksfall, der durch den anstehenden Umzug des Ethnologischen Museums in das neue Humboldt-Forum zustande kam.

Bode-Museum, Am Kupfergraben/Monbijoubrücke, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

BONN

3. November 2017 bis 11. März 2018:

Foto: Mick Vincenz © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Foto: Mick Vincenz © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Bestandsaufnahme Gurlitt

Die Skulptur „Badende“ von Edgar Degas (Foto) ist Teil des mehr als 1 500 Werke umfassenden Kunstkonvoluts aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt. Die Bundeskunsthalle und das Kunstmuseum Bern stellen ab Anfang November parallel Arbeiten daraus vor. Die Doppelausstellung thematisiert den Kunstraub durch die Nationalsozialisten und soll außerdem dazu beitragen, Hinweise zu noch offenen Provenienzen zu erhalten. Die „Badende“ steht aktuell nicht unter Raubkunstverdacht, aber „Provenienz in Abklärung“ lautet die Inschrift der kleinen, 6,8 × 4,3 × 3,2 Zentimeter messenden Plastik.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4,
Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

HAMBURG

Bis 14. Januar 2018:

Hommage à Claude

Erstmals ist in Deutschland das zeichnerische Werk des bedeutenden europäischen Landschaftskünstlers Claude Lorrain (1604/05–1682) in umfassender Darstellung zu sehen. Lorrain wurde in der Champagne geboren und wuchs als Waise in Freiburg bei seinem Bruder auf, einem Kupferstecher. Für einige Zeit ging er nach Neapel und verbrachte danach fast sein gesamtes Leben in Rom, wo er hochbetagt starb. Die besondere Leistung des Barockmeisters war es, eine völlig neue Auffassung der Natur als psychischem Ausdrucksträger zu etablieren. Zusätzlich werden Zeichnungen von Horst Janssen gezeigt, die dieser inspiriert von Lorrain geschaffen hat.

Kunsthalle, Glockengießerwall 5,
Di.–So. 11–18 , Do. 10–21 Uhr

KARLSRUHE

Bis 11. Februar 2018:

Cézanne. Metamorphosen

Einer der Kunsthöhepunkte dieses Jahres ist die Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg zu dem großen Wegbereiter der Moderne, Paul Cézanne. Mehr als 100 Leihgaben eröffnen den Blick auf Cézannes facettenreiches, auf dem Einsatz der Farbe basierendes Oeuvre: seine Badenden, Porträts, Stillleben und lichten Landschaften. Indem Gemälde verschiedener Gattungen und Schaffensphasen gegenübergestellt werden, betonen die Kuratoren das Verbindende in seinen Gemälden: „Cézanne als Geheimnissuchender, der das Wesen der Welt einzufangen versucht.“

Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma-Str. 2–6, Di.–So. 10–18 Uhr

WUPPERTAL

Bis 25. Februar 2018:

Edouard Manet

Ein weiterer französischer Malerstar ist im Von der Heydt-Museum zu entdecken. 1832 sieben Jahre vor Cézanne geboren und wie dieser ein Einzelgänger, beeinflusste auch Edouard Manet mit seinen Bildern die nachfolgenden Künstlergenerationen immens. Im Zentrum der Retrospektive steht sein Verhältnis zu Politik, Weltanschauung und Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts.

Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, Di./Mi.
11–18, Do./Fr. 11–20, Sa./So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Die Pionierinnen der Psychoanalyse

Foto: Sigmund FreudMuseum Wien
Foto: Sigmund FreudMuseum Wien

Sie hatten erheblichen Einfluss auf das Werk Sigmund Freuds und die Weiterentwicklung und internationale Verbreitung seiner Theorie: Marie Bonaparte, Helene Deutsch, Emma Eckstein, Anna Freud, Lou Andreas-Salomé (Bild: Jugendfoto ohne Jahresangabe) und Sabina Spielrein sind die Pionierinnen der Psychoanalyse. Einige von ihnen waren – typisch für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – zuerst Patientinnen, ehe sie professionell als Analytikerinnen und Lehrende in Erscheinung traten. Und alle entwickelten wichtige eigene Ansätze und wissenschaftliche Schwerpunkte, wie die Ausstellung anhand der fesselnden Biografien und Lebenswerke der sechs Protagonistinnen vor Augen führt. Der Titel spielt auf eine ironische Bemerkung Emma Ecksteins an, mit der diese einst Freud begrüßt haben soll:

„So this is the Strong Sex: Women in Psychoanalysis“, Freud Museum, 20 Maresfield Gardens, Hampstead, London NW3 5SX, Mi.–So. 12–17 Uhr (29. November 2017 bis 4. Februar 2018)

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