ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2017Ernährung: Ein Kompromiss
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Die DGE hat ihre Interpretation der Ernährungsregeln weitgehend geändert, während die Fassade der Ernährungspyrmamide stehen blieb – ein offensichtlicher Kompromiss. Die Nahrungsmittelpyramide wurde ursprünglich 1974 in Schweden von der Kochbuchautorin Anna-Britt Agnsätter erfunden, um der schwedischen Regierung gegen die Proteste gegen hohe Nahrungsmittelpreise zu helfen: Sie stellte eine billige Ernährung auf der Basis von Brot, Kartoffeln dar, ergänzt durch Früchte und Gemüse in der Mitte und Fleisch an der Spitze. Von den Schweden übernahmen die Amerikaner die Ernährungspyramide, unterteilten sie in vier Stufen: Milch wurde aufgrund der aufgekommenen Diskussion um Fette und Cholesterin auf die dritte Stufe angehoben und Fleisch von der Spitze auf die dritte Stufe abgesenkt. Fette wurden an die Spitze der Pyramide verbannt. Von den Amerikanern kam die Nahrungsmittelpyramide schließlich zu uns.

Es gibt Tausende von Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en und Dutzende von amtlichen Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en, wovon sich die letzteren lediglich durch die größere Eminenz auszeichnen, da die Staaten unwillig sind, Geld für große Ernährungsstudien auszugeben. In dieser Situation ist es wohl das Beste, sich an bewährte Konzepte wie den mediterranen Ernährungsstil zu halten.

Dr. med. Manfred Kerschreiter, 86154 Augsburg

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