ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Digitalisierung: Kliniken erhalten kaum Bankkredite

Dtsch Arztebl 2017; 114(47): [4]

EB

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Foto: K.-U. Häßler/stock.adobe.com
Foto: K.-U. Häßler/stock.adobe.com

Viele Krankenhäuser sehen sich bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten von den Banken nicht ausreichend unterstützt. Das hat eine Studie der Evangelischen Bank ergeben. Demnach erklärten 84 Prozent der befragten 51 Krankenhäuser, sie könnten Digitalisierungsprojekte nur schwer finanzieren.

„Die Ergebnisse erwecken den Eindruck, dass Banken und Krankenhäuser beim Thema Digitalisierung noch in verschiedenen Welten leben“, sagte Christian Ferchland, Vorstandsmitglied und Gesundheitsmarktexperte bei der Evangelischen Bank. Ohne ein gemeinsames Verständnis von den dringend notwendigen Investitionen würden die Banken jedoch lukrative Geschäftskunden verlieren. Für die Krankenhäuser hingegen könnten die Folgen noch viel gravierender ausfallen: Ihnen drohe der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Krankenhäuser, erläuterte Ferchland, stießen sich bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten oft an der Höhe geforderter Zinsen. Doch diese seien zwangsläufig höher als bei der klassischen Immobilienfinanzierung, da für die Bank ein viel höheres Risiko bestehe. Den Krankenhäusern müsse klar sein, dass es dabei um eine Unternehmensfinanzierung gehe. Zudem sei wichtig, die Verwaltungsleiter über alternative Finanzierungsformen wie Anleihen oder Schuldscheindarlehen zu informieren. Der Evangelischen Bank zufolge nehmen die Kliniken derartige Finanzprodukte so gut wie gar nicht in Anspruch. Hinzu komme, dass sich die Befragten der Studie nach nur wenig mit Produkten wie Finanzderivaten, Crowdfunding, Schuldscheindarlehen und Mezzanine-Finanzierung auskennen.

Weiteres Studienergebnis: Das Angebot digitaler Bankprodukte für Krankenhäuser beschränkt sich bislang auf Produkte, die eher aus dem Privatkundenbereich bekannt sind, darunter Onlinebanking und digitale Banking-Apps. Intensiv nutzen die Krankenhäuser lediglich das Online-banking. 27 Prozent haben zudem ein digitales Postfach, 25 Prozent verwenden auch digitale Zahlungsdienste. EB

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