ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1996Selbstkontrolle: Kurioser Hinweis auf Kosten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Selbstkontrolle: Kurioser Hinweis auf Kosten

Schneider, Angelika

Zu dem Beitrag "Aus der Sicht des Patienten: Selbstkontrolle der oralen Antikoagulation" von Elisabeth Hoffmann in Heft 20/1996
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LNSLNS Der Nutzen der Methode, seine Sicherheit und der Gewinn an Lebensqualität für den Patienten ist unbestritten. Wo es hier ideologische Ablehnung gibt, wurde nicht genannt. Vielleicht fehlt einigen niedergelassenen Kollegen, genau wie vielen Krankenhausärzten, einfach nur das Wissen um dieses doch noch recht neue Verfahren.
Eine Selbstbestimmung ohne enge Zusammenarbeit mit dem Hausarzt oder betreuenden Internisten/Kardiologen ist aber in Anbetracht der möglichen Schwankungen bei interkurrierenden Erkrankungen (hier wird der Hausarzt den Hausbesuch bei hochfieberhaftem Infekt machen), bei der Abstimmung vor ärztlichen Eingriffen (nicht jeder Zahnarzt kennt sich aus) und bei der Betreuung von Blutungskomplikationen (die auch bei Selbstbestimmung in fünf Prozent der Fälle zu erwarten sind) dringend notwendig. Dies auch in Anbetracht der notwendigen Antibiotikaprophylaxe bei der im Bericht vorliegenden St. Jude Medical-Klappe.
Die im Bericht genannte Beratungsstelle wird sicher nicht in der Lage sein, hier die langjährige Betreuung zu übernehmen. Kurios ist der Hinweis auf die Kosten: Wenn Frau Hoffmann davon ausgeht, daß der Hausarzt einer Kassenpatientin "ein Vielfaches" der hier genannten 12,50 DM für eine PTZ-Bestimmung samt Beratung erhält, dann muß man sich fragen, wer die Patientin in dieser Hinsicht beraten hat. So erhalten die Beratungsstellen für die Einweisungsschulung eine Summe von über 300 DM – dies ist ein Vielfaches von dem, was der Hausarzt pro Jahr für einen nicht berenteten Patienten erhält. Zuletzt noch das Beispiel aus dem Alltag: die "Privatpatientin im Ausland" ist sicher nicht schlecht versorgt, wenn bei der Übermittlung des Quickwertes auch der therapeutische Bereich des ausländischen Labors mitgeteilt wird. Die automatische Nennung des INR-Wertes, beziehungsweise der therapeutische Bereich der Klinikmethode ist auch heute noch nicht Routine bei Krankenhausentlassungsberichten . . .
Dr. med. Angelika Schneider, Dr. med. Stephan Schneider, Alt-Tempelhof 24, 12103 Berlin
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