MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Prophylaktische Gabe von Tranexamsäure bei Hüft- und Kniegelenkersatzeingriffen

Tranexamic acid prophylaxis in hip and knee joint replacement

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(48): 824-30; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0824

Goldstein, Matthias; Feldmann, Carsten; Wulf, Hinnerk; Wiesmann, Thomas

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Hintergrund: Tranexamsäure (TXA) findet als Antifibrinolytikum breite Anwendung in der Therapie oder Prophylaxe von Hyperfibrinolysen wie bei schwerem Polytrauma. Die Substanz kann aber auch zur systemischen Blutungsprophylaxe bei elektiven orthopädischen Operationen angewendet werden. In dieser Übersicht sollen die Effektivität sowie die möglichen Risiken bei prophylaktischer Gabe von Tranexamsäure vor großen endoprothetischen Eingriffen (Hüfte, Knie) aufgezeigt werden.

Methode: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche bei PubMed und in der Cochrane Library.

Ergebnisse: Perioperative Blutungen bei endoprothetischen Eingriffen an Hüfte und Knie umfassen häufig Blutverluste von > 500 mL. Die prophylaktische Gabe von Tranexamsäure unmittelbar vor solchen Eingriffen reduzierte in randomisierten kontrollierten Studien die intra- und postoperativen Blutungsmengen. Zudem wurden verringerte Transfusionswahrscheinlichkeiten ermittelt (Knie: „number needed to treat“ [NNT] von 3,7–5,7; Hüfte: NNT von 4,1–8,2). Die Rate an thromboembolischen Ereignissen unterschied sich nicht von den Placebogruppen. Zur Komplikation „Krampfanfälle“ fehlen verlässliche Daten in der Knie- und Hüftendoprothetik. Jedoch erscheint es auf Grundlage von Daten aus anderen Operationsbereichen plausibel, dass bei den Dosierungen in der Knie- und Hüftendoprothetik diese Komplikation unwahrscheinlich ist.

Schlussfolgerung: Die prophylaktische Gabe von Tranexamsäure reduziert die Blutungsmenge bei endoprothetischen Eingriffen an Hüfte sowie Knie und verringert die Transfusionswahrscheinlichkeit. Die Rate an Komplikationen erscheint nach momentaner Datenlage gering. Allerdings soll entsprechend der Risiko-Nutzen-Abwägung zeitnah nach urogenitalen Blutungen, Lungenembolie, frischem Herzinfarkt, perkutaner transluminaler Koronarangioplastie oder Stentimplantation sowie bei bekannter Epilepsie auf die prophylaktische intravenöse Gabe von Tranexamsäure bei Patienten mit Knie- und Hüftendoprothetik verzichtet werden.

Gelenkersatzeingriffe an Hüfte und Knie gehören zu den häufigsten Operationen im Bereich Orthopädie/Unfallchirurgie. Aufgrund des gut vaskularisierten Operationsgebietes kann der Eingriff zu größeren Blutverlusten und zu einer hohen Inzidenz von Bluttransfusionen führen. Beobachtet wurde, dass 42 % der Patienten beim operativen Hüftgelenkersatz und 34 % der Patienten beim operativen Kniegelenkersatz perioperativ mindestens eine Bluttransfusion erhielten (1, 2).

Bluttransfusionen bergen vielfältige Risiken. Transfusionsreaktionen können auftreten und Infektionskrankheiten, beispielsweise das humane Immundefizienz-Virus (HIV), Hepatitis B/C, Zika und gegebenenfalls bisher nicht bekannte Erreger können übertragen werden. Auch wurde ein Immunmodulations- und -suppressionseffekt beschrieben (35).

Darüber hinaus zeigten retrospektive Studien, dass Bluttransfusionen zu einer längeren Krankenhausverweildauer sowie einer höheren Mortalität und Morbidität führen (6). Allogene Bluttransfusionen gelten als eigenständiger Risikofaktor für eine Protheseninfektion (7, 8).

Daher werden im Rahmen des Patient Blood Management (9, 10) verschiedene Strategien zur Reduktion des intra- und postoperativen Blutverlustes in der klinischen Routine angewendet: verbesserte Techniken zur chirurgischen Blutstillung, minimalinvasive operative Zugänge, maschinelle Autotransfusion und Wärmeerhalt zur Optimierung der Gerinnungsfunktion. Die schon lange angewandten pharmakologischen Therapien von apparenten Gerinnungsstörungen, zum Beispiel mit Desmopressin bei einer ungewollten medikamentösen Plättchenaggregationshemmung oder Tranexamsäure (TXA) bei nachgewiesener systemischer Hyperfibrinolyse, werden zunehmend um pharmakologische Prophylaxestrategien ergänzt.

Ziel dieser Übersicht ist, die Effektivität von TXA als Prophylaktikum bei Hüft- und Kniegelenkersatzeingriffen zu demonstrieren. Ebenso sollen mögliche Risiken und Komplikationen dieser pharmakologischen Strategie beschrieben werden. Ökonomische Aspekte werden abschließend behandelt. Die Autoren weisen darauf hin, dass die prophylaktische Gabe von TXA vor chirurgischen Eingriffen nur ein Teilaspekt des blutsparenden Gesamtkonzepts (Patient Blood Management) in der perioperativen Phase ist (9, 10).

Pharmakologie

TXA gehört zur Gruppe der Antifibrinolytika und ist seit der ruhenden Zulassung von Aprotinin (Beschluss November 2007, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) die einzige in Deutschland verfügbare Substanz dieser Gruppe (11). TXA und die chemisch verwandte Substanz ε-Aminocapronsäure (in Deutschland nicht erhältlich) gehören zur Gruppe der ε-Carbonsäuren. Beide Substanzen hemmen die Bindung von Plasminogen an Fibrin und somit die Bildung der aktiven Serinprotease Plasmin sowie die konsekutive Fibrinolyse (12). Dabei zeigt TXA eine etwa 10-fach stärkere Fibrinolysehemmung als die verwandte ε-Aminocapronsäure. Die Umwandlung vom inaktiven Plasminogen in die fibrinolytisch wirksame Form Plasmin durch den „tissue-type plasmin activator“ (t-PA) wird dabei durch die Bindung von t-PA-Plasminogen an den Lysinresten des Fibrins katalysiert (Grafik). Hierdurch wird Plasmin lokal am Blutgerinnsel gebildet. TXA bindet reversibel an die Lysinbindestellen des Plasminogens und blockiert somit die Konversion zu Plasmin. Als Folge wird Fibrin im Gerinnsel nicht gespalten (13).

Wirkung von Tranexamsäure
Grafik
Wirkung von Tranexamsäure

In-vivo- und In-vitro-Experimente zeigten, dass nach intravenöser Bolus-Gabe von TXA (30 mg/kg Körpergewicht [KG]) die maximale Plasminhemmung im Blutplasma nach circa 30 Minuten erreicht wird (14).

Die Substanz kann enteral (orale Bioverfügbarkeit von circa 33 %), parenteral oder topisch angewendet werden (14, 15).

Aufgrund der Moleküleigenschaften kann TXA die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zerebrale Krampfanfälle begünstigen. Vermutlich bewirkt TXA über eine antagonistische Wirkung an γ-Aminobuttersäure A(GABAA)-Rezeptoren im Gehirn eine Hyperexzitabilität – üblicherweise beträgt die Konzentration an TXA im Liquor circa ein Zehntel der Serumkonzentration (14, 16, 17). Durch die pleiotropen Effekte von Plasmin und deren pharmakologische Hemmung durch TXA könnten zukünftig weitere potenzielle Indikationen, aber auch mögliche Komplikationen entdeckt werden. Beispielsweise kann TXA einen antiinflammatorischen Effekt in der Kardiochirurgie haben (18), aber auch die Heilung chronischer Wunden bei Langzeitanwendung verschlechtern (12, 19). TXA wird im Körper kaum metabolisiert, sondern vollständig über die Niere ausgeschieden. Nach 10 mg/kg KG Bolusgabe werden > 90 % der Substanzmenge innerhalb von 24 h über den Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von TXA beträgt etwa 3 Stunden, Kumulationseffekte sind daher nur bei Nieren-, aber nicht bei Leberinsuffizienz zu erwarten (13). Dosis sowie Dosierungsintervall sollten daher gemäß Herstellerangaben bei Niereninsuffizienz (Kreatinin > 1,35 mg/dL) angepasst werden (Tabelle 1) (20).

Dosierungsempfehlung laut Hersteller (20)
Tabelle 1
Dosierungsempfehlung laut Hersteller (20)

Die systemische antifibrinolytische Wirkung von TXA kann laborchemisch durch Reduktion der D-Dimere (Fibrinspaltprodukte) oder in der Rotationselastometrie (Verminderung des Clot Lysis Index) nachgewiesen werden (21, 22).

Das Präparat TXA ist für die intravenöse Gabe zur „Prophylaxe und Behandlung von Blutungen aufgrund einer lokalen oder systemischen Hyperfibrinolyse bei Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr zugelassen“ (20).

Methode

Diese Arbeit beruht auf einer selektiven Literaturrecherche in der Datenbank PubMed sowie der Cochrane Library. Suchbegriffe waren „tranexamic acid“, „antifibrinolytic“ verknüpft mit „endoprothetic surgery“, „knee arthroplasty“, „hip surgery“, „hip arthroplasty“. Aus den daraus resultierenden Suchtreffern wurden die Arbeiten ausgewählt, in denen die prophylaktische systemische Anwendung von TXA in der Endoprothetik von Knie und Hüfte in Form von systematischen Übersichtsarbeiten beziehungsweise Metaanalysen behandelt wurde. Ebenfalls wurde mit den Stichwörtern „complications“, „thromboembolism“ und „seizure“ in Verknüpfung mit den Operationen nach der Häufigkeit der typischen Nebenwirkungen von TXA gesucht.

Studienlage zum Kniegelenkersatz

Der operative Kniegelenkersatz ist gegenwärtig einer der am häufigsten durchgeführten orthopädischen Eingriffe. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 168 486 Knie-Endoprothesen eingesetzt (23).

Der durchschnittliche Gesamtblutverlust, also intra- und postoperativ, ohne Applikation von TXA beträgt zwischen 762 und 1 789 mL für die primäre Knie-Totalendoprothese(TEP)-Implantation (15). Aktuelle Daten zeigten bei circa 25 % der Patienten eine notwendige Transfusion von Erythrozytenkonzentraten (im Median 2,2 Konserven) (24).

Mittlerweile wurden zahlreiche Studien publiziert, in denen TXA (vorwiegend als intravenöser Bolus kurz vor der Operation) verabreicht wurde. In einer Metaanalyse von Alshryda et al. wurden 18 randomisierte kontrollierte Studien analysiert (15). Der Gesamtblutverlust fiel bei Gabe von TXA um 591 mL (95-%-Konfidenzintervall: [536; 647]) geringer aus. Die Rate an intra- und postoperativen Bluttransfusionen in den eingeschlossenen Studien (14 Studien mit 824 Patienten) verdeutlichte, dass sich ohne die Gabe von TXA das relative Risiko (2,56 [2,1; 3,1]) deutlich erhöhte. Die Transfusionsrate lag in der Kontrollgruppe bei 47,1 % (190/403), in der Studiengruppe mit prophylaktischer TXA-Gabe hingegen bei 23,5 % (99/421). Die absolute Risikoreduktion für eine notwendige Transfusionstherapie lag damit bei 23,6 %, was einer „number needed to treat“ (NNT) von 4,2 [3,3; 5,8] entspricht. Es muss aber erwähnt werden, dass die Studien mit stark differierenden Transfusionstriggern durchgeführt wurden (beispielsweise Hämoglobinwerte von 7–10 g/dL). Dennoch war die verminderte Wahrscheinlichkeit für eine Transfusion in den eingeschlossenen Studien konsistent nachweisbar.

Die in dieser Metaanalyse eingeschlossenen Arbeiten haben die Anwendung von TXA in sehr unterschiedlichen klinischen Abläufen untersucht. Einige der Studien verwendeten Oberschenkelblutsperren, andere jedoch nicht. Die Dosis (Bolusgabe, Bolusgabe plus kontinuierliche Gabe, Mehrfach-Bolusgabe) von TXA war ebenfalls kaum vergleichbar, so dass der Effekt des Medikaments nach wie vor nur unzureichend einschätzbar ist. Es wurden Untersuchungen mit und ohne chemische Thromboseprophylaxe eingeschlossen. Tabelle 2 zeigt eine Übersicht ausgewählter Metaanalysen.

Tranexamsäure in der Knieendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
Tabelle 2
Tranexamsäure in der Knieendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen

Studienlage zum Hüftgelenkersatz

Auch der operative Hüftgelenkersatz zählt zu den häufigsten Eingriffen in der orthopädischen Chirurgie. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 232 320 Hüftendoprothesen implantiert (23).

Der Gesamtblutverlust bei operativem Hüftgelenkersatz variiert zwischen 1 200 und 2 100 mL und beträgt durchschnittlich (abhängig von der Operationstechnik) circa 1 600 mL (10, 25). Circa 30 % der Patienten erhalten im Verlauf mindestens eine Blutkonserve (Median: 2,2 Konserven) (24).

In einer Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien von Sukeik et al. wurden 11 Studien mit primären Gelenkersatzoperationen untersucht (26). Der Gesamtblutverlust war in der TXA-Gruppe um 289 mL [138; 440 ml] reduziert. Den gleichen Effekt belegte auch die Metaanalyse von Farrow und Kollegen. Die Rate an intra- und postoperativen Bluttransfusionen war in den eingeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien (7 Studien mit 750 Patienten) deutlich geringer. Es besteht ein relatives Risiko für eine Bluttransfusion von 1,9 [1,2; 2,9] für die Kontrollgruppe gegenüber der TXA-Gruppe. Die Gabe von TXA resultierte in einer absoluten Risikoreduktion von 12,2 % (85/321 TXA-Gruppe versus 166/429 Kontrollgruppe) hinsichtlich der Transfusionsrate. Dies entspricht einer NNT von 8,2 [5,3; 18,4] (27). Angemerkt sei, dass Sukeik et al. einen linearen Zusammenhang zwischen der Dosis an TXA und dem postoperativen Blutverlust, nicht aber zwischen der Dosis und dem intraoperativen Blutverlust beziehungsweise der Tranfusionsrate feststellen konnten (26).

Wie beim operativen Knieersatz ist die Studienlage bezüglich der intravenösen Anwendung von TXA sehr heterogen. In den publizierten Arbeiten wurden sehr unterschiedliche Dosierungen genutzt. Die eingeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien der Metaanalyse von Farrow et al. untersuchten Dosierungen von 1–4 g/24 h (27). Es wurden Studien mit und ohne chemische Thromboseprophylaxe eingeschlossen. Tabelle 3 zeigt eine Übersicht ausgewählter Metaanalysen.

Tranexamsäure in der Hüftendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
Tabelle 3
Tranexamsäure in der Hüftendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen

Komplikationen

Aufgrund der Fibrinolysehemmung ist theoretisch von einer Gerinnungsaktivierung mit erhöhter Thromboseneigung auszugehen, wenn TXA verwendet wird.

In der Metaanalyse von Alshryda zur Anwendung von TXA in der Knie-Endoprothetik traten bei 971 Patienten insgesamt 5 Lungenembolien im Beobachtungszeitraum auf, eine davon in der TXA-Gruppe und 4 in der Kontrollgruppe. Dieser Unterschied war nicht signifikant. In der gleichen Metaanalyse wurde ebenso kein Unterschied für den Endpunkt Beinvenenthrombose gefunden (15). Eine kürzlich erschienene Metaanalyse inkludierte 39 randomisierte kontrollierte Studien zu TXA bei Hüft- und Kniegelenkersatzeingriffen (28). In dieser Arbeit nahmen die thromboembolischen Ereignisse in der Studienpopulation mit perioperativer TXA-Gabe ebenfalls nicht signifikant zu. In der CRASH-2-Studie wurde TXA (1 g TXA als Initialgabe, gefolgt von 1 g/8 h als kontinuierliche Dosis) bei schwerem Trauma mit Hämorrhagie randomisiert und verblindet an über 20 000 Patienten in 40 Ländern im Vergleich zu einer Placebogruppe, die kein TXA erhielt, untersucht. In dieser Untersuchung wurden neben den primären Endpunkten zur klinischen Effektivität (Mortalität, Transfusionsquoten etc.) sekundär auch die Komplikationen detailliert erfasst. Hier zeigten sich folgende Werte für das relative Risiko:

  • tiefe Beinvenenthrombosen: 0,98 [0,63; 1,51] (41/10 067 Kontroll- versus 40/10 060 TXA-Gruppe)
  • Lungenembolie: 1,01 [0,73; 1,41] (71/10 067 Kontroll- versus 72/10 060 TXA-Gruppe)
  • Schlaganfall: 0,86 [0,61; 1,23] (66/10 067 Kontroll- versus 57/10 060 TXA-Gruppe).

In der TXA-Gruppe traten mit einem relativen Risiko von 0,64 [0,42; 0,97] (55/10 067 Kontroll- versus 35/10 060 TXA-Gruppe) seltener Myokardinfarkte auf. Allerdings wurden nur eindeutige Komplikationen erfasst, so dass kleinere thromboembolische Ereignisse gegebenenfalls nicht dokumentiert wurden und ein sogenannter „Underreporting“-Bias vorliegen könnte (29).

Sabbag et. al. untersuchten in einer retrospektiven Studie bei Patienten mit venöser Thrombose in der Vorgeschichte, ob Thrombosen unter TXA entstanden. Hierbei zeigte sich kein signifikanter Unterschied (RR: 1,24 [0,51; 3,00]; 2,3 % [6/258] bei TXA versus 1,9 % [25/1 337] bei Placebo) (30).

Allerdings besteht noch großer Forschungsbedarf zur sicheren Anwendung von TXA bei frischem Herzinfarkt, perkutaner transluminaler Koronarangioplastie (PTCA) oder Stentimplantation. Bei diesen Patienten sollte TXA perioperativ bei endoprothetischen Eingriffen nur nach einer individuellen Risikoabwägung gegeben werden.

Andererseits nahmen thromboembolische Komplikationen in verschiedenen Studien zum Einsatz von TXA bei Koronararterien-Bypass-Operationen nicht zu. Karski et al. wiesen keine erhöhte Inzidenz für Myokardinfarkte (RR: 0,75 [0,13; 4,42]; 3/165 Kontroll- versus 2/147 TXA-Gruppe) nach (31).

Krampfanfälle nach TXA-Gabe sind weitere viel diskutierte Komplikationen. Gute Studien zu Krampfanfällen fehlen für TXA bei der Knie- und Hüftendoprothetik. Diese relevante Nebenwirkung des Medikaments ist besonders bei Hochdosisanwendungen, zum Beispiel ein Bolus von 30 mg/kg KG plus eine nachfolgende kontinuierliche Gabe von 15 mg/h pro kg KG, über mehrere Tage und höhergradig eingeschränkter Nierenfunktion beobachtet worden. Diese Hochdosisanwendungen werden häufig bei Eingriffen unter Herz-Lungen-Maschine gewählt, um die Fibrinolyse zu hemmen. Retrospektive Analysen aus dieser speziellen Patientengruppe zeigen, dass bei mittel bis hoch dosierter TXA-Gabe die Inzidenz für postoperative Krampfanfälle circa 2,7 % beträgt (32, 33). Die Inzidenz von Krampfanfällen in den Gruppen, die keine Antifibrinolytika erhielten, betrug 0,5 %. In einer 2017 veröffentlichten retrospektiven Studie von Counture et al. lag die Inzidenz für Krampfanfälle bei 0,62 % (46/7 452) der Patienten, die intraoperativ 1 g TXA als Bolus und weitere 400 mg/h TXA erhalten hatten (34).

Dennoch scheint es plausibel, dass die einmalige Gabe von TXA nach Empfehlung des Herstellers (Tabelle 1) insgesamt als relativ sicher hinsichtlich dieser Komplikation bewertet wird (14, 16, 32).

Bei Patienten mit bekannter Epilepsie sollte die intravenöse Gabe von TXA dennoch hinsichtlich Nutzen und Risiko mit großer Vorsicht abgewogen werden.

Diskussion

Die Metaanalysen zum Einsatz von TXA bei totalem Hüft- und Kniegelenkersatz weisen teilweise eine hohe Heterogenität auf (I2-Werte) (Tabelle 2 und Tabelle 3). Ein Publikationsbias bei den Metaanalysen kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. In den Metaanalysen wurden auch Studien mit unterschiedlichen Dosierungen und klinischen Abläufen zusammengefasst.

Das Patient Blood Management-Konzept war in den Primärstudien uneinheitlich. Dennoch sind die blutsparenden Effekte von TXA konstant in allen Primärstudien konserviert.

Die Metaanalysen aus Tabelle 2 und Tabelle 3 zeigen ähnliche Ergebnisse, was zum Teil auch durch das Zurückgreifen auf gleiche Primärstudien bedingt ist. Die eTabelle 1 und eTabelle 2 geben einen detaillierten Überblick zu den Überschneidungen der einzelnen Metaanalysen.

TXA zur Blutungsprophylaxe bei größeren endoprothetischen Eingriffen (Hüfte, Knie) zu verwenden, scheint ein effektives Verfahren zu sein. Eine präoperative Gabe der Substanz vermindert die intra- sowie postoperativen Blutungsmengen und reduziert die Menge notwendiger Transfusionen. Die gegenwärtige Studienlage suggeriert kein erhöhtes thromboembolisches Risiko bei der niedrigdosierten, kurzzeitigen Gabe für diese Indikationen unter der klinisch üblichen Anwendung einer postoperativen medikamentösen Thromboseprophylaxe. Das Risiko für Krampfanfälle scheint – bei unzureichender Datenlage – nicht relevant erhöht.

Eine topische Applikation von TXA resultiert in geringeren Plasmaspiegeln und könnte daher theoretischen Überlegungen entsprechend ein verringertes Komplikationsrisiko haben.

Alshryda et al. publizierten kürzlich eine Metaanalyse zur topischen Anwendung von TXA bei totalem Hüft- und Kniegelenkersatz (35). Hier zeigte sich eine deutliche Reduktion des Blutverlustes bei Kniegelenkersatz-Operationen und der Notwendigkeit von Transfusionen (RR: 4,5 [3,0; 6,7]) im Vergleich zu einer Placebogabe. Insgesamt konnten nur wenige Studien, die eine systemische Gabe von TXA als weitere Vergleichsgruppe beinhalteten, ausgewertet werden. In diesen Arbeiten zeigten sich keine relevanten Unterschiede hinsichtlich der Transfusionsrate zwischen den beiden Applikationsformen.

Ökonomische Aspekte der prophylaktischen Gabe von Tranexamsäure

Blutkonserven sind eine knappe, wertvolle Ressource in der Medizin. In Deutschland werden circa 4 Millionen Blutkonserven pro Jahr transfundiert. Neben den bereits beschriebenen Risiken ist eine Transfusion von Erythrozyten auch ein relevanter Kostenfaktor. Die direkten Herstellungskosten eines Erythrozytenkonzentrates betragen circa 140–230 Euro (10, 36). Wenn diese Summen mit den Kosten für zwei Anwendungen von 1 g TXA (5 Euro für 500 mg = circa 20 Euro für 2 g) bei einem 70 kg Patienten mit normaler Nierenfunktion und der NNT von 3,7–8,2 zur Vermeidung einer notwendigen Transfusion verglichen werden, besteht hier möglicherweise ein Einsparungspotenzial. Die bereits erwähnten Komplikationen und Risiken von Bluttransfusionen, vor allem postoperative Infektionen des Kunstgelenkes, können den Kranken­haus­auf­enthalt deutlich verlängern und zu erheblichen Kosten führen (68).

Fazit

Aus Sicht der Autoren kann die prophylaktische systemische Gabe von TXA bei Knie- und Hüftendoprothetik als effektives und relativ sicheres Konzept in der Praxis angewendet werden. Dabei müssen Kontraindikationen und Risken, eingebettet in einem umfänglicheren Patient Blood Management-Konzept, beachtet werden. Hierdurch können intra- und postoperativer Blutverlust sowie konsekutive Fremdbluttransfusionen deutlich reduziert werden. Ob allerdings eine Prophylaxestrategie bei jedem Patienten mit elektiver großer Endoprothetik anwendet wird oder in Zukunft stratifizierte Konzepte unter Berücksichtigung von Grunderkrankung, Ausgangs-Hämoglobinwert und lokaler Transfusionswahrscheinlichkeit bevorzugt werden sollten, muss in weiteren Studien geklärt werden. Erste Ergebnisse aus einer retrospektiven Studie legen nahe, dass die Gabe von TXA bei Patienten nach Beinvenenthrombose möglicherweise keine absolute Kontraindikation ist. Auf die prophylaktische Gabe von TXA bei Patienten mit Knie- sowie Hüftendoprothetik und urogenitalen Blutungen, Lungenembolie, frischem Herzinfarkt, PTCA oder Stentimplantation sowie bekannter Epilepsie soll gemäß der Risiko-Nutzen-Abwägung verzichtet werden.

Interessenkonflikt

PD Dr. Wiesmann wurde honoriert für Beratertätigkeit für B. Braun, Melsungen, Deutschland.

Prof. Wulf bekam Beraterhonorare von der Firma B. Braun, Sintetica, Vortragshonorare von MSD, Grünenthal, Edwards und Forschungsunterstützung von Teleflex.

Die übrigen Autoren (Goldstein, Dr. Feldmann) erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 22. 2. 2017, revidierte Fassung angenommen: 13. 9. 2017

Anschrift für die Verfasser
Matthias Goldstein
Klinik f. Anästhesie und Intensivtherapie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM)
Campus Marburg
Baldingerstraße, 35033 Marburg
matthias.goldstein@staff.uni-marburg.de

Zitierweise
Goldstein M, Feldmann C, Wulf H, Wiesmann T:
Tranexamic acid prophylaxis in hip and knee joint replacement.
Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 824–30.
DOI: 10.3238/arztebl.2017.0824

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Wirkung von Tranexamsäure
Grafik
Wirkung von Tranexamsäure
Dosierungsempfehlung laut Hersteller (20)
Tabelle 1
Dosierungsempfehlung laut Hersteller (20)
Tranexamsäure in der Knieendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
Tabelle 2
Tranexamsäure in der Knieendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
Tranexamsäure in der Hüftendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
Tabelle 3
Tranexamsäure in der Hüftendoprothetik – ausgewählte Metaanalysen
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