ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2017Arzneimittel: Ärzte und Patienten sollen Nebenwirkungen melden

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Arzneimittel: Ärzte und Patienten sollen Nebenwirkungen melden

Dtsch Arztebl 2017; 114(48): A-2256 / B-1894 / C-1848

Hillienhof, Arne

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Unerwünschte Nebenwirkungen stehen im Mittelpunkt einer Kampagne der europäischen Arzneimittelbehörden. Foto: dpa
Unerwünschte Nebenwirkungen stehen im Mittelpunkt einer Kampagne der europäischen Arzneimittelbehörden. Foto: dpa

Die europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Ärzte und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. „Ob nach der Einnahme verschreibungspflichtiger oder rezeptfreier Arzneimittel: Es ist in beiden Fällen wichtig, dass möglichst viele Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet werden. Das hilft den Arzneimittelbehörden, Risikosignale so früh wie möglich zu erkennen und dann bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Patienten zu treffen“, sagte Prof. Dr. med. Karl Broich, Präsident des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Er weist darauf hin, dass Patienten ihrem Arzt oder dem Apotheker ihren Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung melden sollten. Alternativ bestehe aber auch die Möglichkeit, sich direkt an das BfArM zu wenden. Das Institut bietet dazu auf seiner Internetseite ein für Verbraucher konzipiertes Meldeformular an (http://daebl.de/FN22). Die Meldung ist auch per Fax oder Brief möglich. Patienten sollten eventuell vorhandene Arztbriefe oder Krankenhausberichte beifügen, wenn sie sich an das BfArM wenden. Das Institut betont, dass die Meldung der Nebenwirkung den Arztbesuch keinesfalls ersetzt. „Nur der behandelnde Arzt kann und darf beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll ist“, informiert das BfArM. Broich erinnerte daran, dass Pharmaunternehmen sowie Ärzte und Apotheker beziehungsweise deren Arznei­mittel­kommissionen zur Meldung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen verpflichtet sind. hil

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