ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2017Christiaan Barnard: Unerwarteter Pionier der Herzimplantation

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Christiaan Barnard: Unerwarteter Pionier der Herzimplantation

Dtsch Arztebl 2017; 114(49): A-2363 / B-1967 / C-1921

Gießelmann, Kathrin

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Christiaan Barnard, Foto: Markus Beck

Die erste Herztransplantation erwartete die Fachwelt vor 50 Jahren eigentlich von Herzchirurgen aus Nordamerika. Doch es sollte anders kommen. Am 3. Dezember 1967 war es der südafrikanische Herzchirurg Prof. Dr. Christiaan Barnard, der die weltweit erste Herztransplantation am Groote-Schuur-Hospital in Kapstadt durchführte. Sein Patient, der 55-jährige, schwer herzkranke Gemüsehändler Louis Washkansky, überlebte nur 18 Tage nach der Transplantation des Spenderherzens, ehe er an den Folgen einer bakteriellen Lungenentzündung verstarb. Dennoch bedeute die Operation eine Revolution der Herzmedizin. „Operationstechnisch war der Eingriff bereits eine besondere Herausforderung, aber viel entscheidender waren die zu diesem Zeitpunkt kaum erforschten Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten im Kontext der Organabstoßung. Zum damaligen Zeitpunkt gab es zudem noch keine effektiv und zielgerichtet wirkenden Immunsuppressiva“, erklärt Dr. med. Wolfgang Harringer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Barnard verfeinerte seine Operationstechnik in den Folgejahren und führte zeitlebens mehr als 420 Herztransplantationen durch. Im Jahr 2004 wurde Barnard hinter Nelson Mandela auf Platz zwei der 100 größten Südafrikaner aller Zeiten gewählt. 2001 starb er im Alter von 78 Jahren auf Zypern an einem Asthmaanfall. Sein Herz sei laut obduzierender Ärzte so gesund gewesen, „wie bei einem Baby“, sagte damals sein Manager Walter Lutschinger. Wenn Barnard nicht so alt gewesen wäre, hätte es als Spenderorgan dienen können. Kathrin Gießelmann

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