ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2017Umgang mit ökonomischem Druck fällt vielen schwer

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Umgang mit ökonomischem Druck fällt vielen schwer

Dtsch Arztebl 2017; 114(49): [4]

EB

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Viele Führungskräfte in Krankenhäusern haben immer mehr Probleme, mit dem ökonomischen Druck umzugehen. Das zumindest haben Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke jetzt in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt herausgefunden.

Foto: JJPan/(iStockphoto

Für ihre Untersuchung befragten die Foscher in fünfzehn Krankenhäusern unterschiedlicher Trägerschaft die am Management beteiligten Akteure über ihre Herausforderungen und Alltagsprobleme. Unter den Befragten waren kaufmännische und ärztliche Leitungen ebenso wie die Pflegedienstleitungen. Das Ergebnis: Aufgrund des im System angelegten Stresses, der derzeit in Krankenhäusern herrscht, sehen sich Menschen in führenden Positionen nur begrenzt in der Lage, in einer positiven Weise mit den massiven Widersprüchen des Gesundheitssystems umzugehen.

„Führungskräfte nehmen oftmals zynische Haltungen ein oder neigen dazu, nur noch ‚auf Distanz‘ zu managen, um nicht so stark mit den offensichtlichen Problemen der ökonomischen Zurichtung des Krankenhauswesens konfrontiert zu werden“, resümiert Projektleiter Prof. Dr. Werner Vogd, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke. „Insbesondere für die Zukunft stellt sich die Frage, wie lange der existenzielle Druck auf Krankenhäuser noch aufrechterhalten werden darf, ohne dass die professionellen Kulturen ernsthaft Schaden nehmen“, sagte er weiter. Die Untersuchungen legten nahe, dass zumindest dieser Punkt in der Pflege vielfach schon überschritten sei. Auch im ärztlichen Bereich seien unter den gegebenen Verhältnissen bereits Erosionen zu beobachten. Die Trägerschaft spiele dabei jeweils nur eine untergeordnete Rolle.

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Ziel des Projektes war es detailliert herauszuarbeiten, wie herausfordernd es für die Krankenhäuser derzeit ist, zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen, ökonomischen Kalkülen und professionellen Rationalitäten einen ethisch vertretbaren Mittelweg zu finden. EB

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