ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2017Risiko­struk­tur­aus­gleich: Kassenverbände sehen zunehmend Schieflage

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Risiko­struk­tur­aus­gleich: Kassenverbände sehen zunehmend Schieflage

Dtsch Arztebl 2017; 114(49): A-2315 / B-1939 / C-1893

Maybaum, Thorsten

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Der Morbi-RSA soll eigentlich für eine gerechte Verteilung der Mittel und faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Foto: cosma/stock.adobe.com
Der Morbi-RSA soll eigentlich für eine gerechte Verteilung der Mittel und faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Foto: cosma/stock.adobe.com

Der fehlerhafte Risiko­struk­tur­aus­gleich (RSA) führt nicht nur zu einer unfairen Mittelverteilung, sondern zunehmend zu Wettbewerbsverzerrungen. Davor warnten kürzlich der Verband der Ersatzkassen (vdek), der BKK Dachverband und der Verband der Innungskrankenkassen (IKK). Die Verbände verwiesen auf Zahlen des Schlussausgleiches des RSA für 2016. Demnach hat sich die Schieflage zwischen den Kassenarten verschärft. Im Detail betrug die Überdeckung der Zuweisungen aus dem RSA für die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) rund 1,5 Milliarden Euro. Das sind 500 Millionen Euro mehr als 2015. Ersatzkassen, BKKen, IKKen und Knappschaft wiesen eine Unterdeckung auf. Bei den Ersatzkassen waren dies 983 Millionen Euro; bei den BKKen 222 Millionen Euro, den IKKen 271 Millionen Euro und der Bundesknappschaft 46 Millionen Euro. Geringere Zuweisungen und höhere Ausgaben führen den Verbänden zufolge zu höheren Zusatzbeiträgen bei unterdeckten Kassen. „Die Marktkonzentration wird zunehmen“, sagte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands. Perspektivisch werde die Marktmacht der AOKen dazu führen, dass das Angebot für Versicherte geringer werde. Wenn Leistungserbringer einen Monopolisten oder ein Oligopol gegen sich hätten, würde zudem die Versorgungsvielfalt zurückgehen. Die Verbände forderten schnelle Reformen. Der AOK-Bundesverband sprach sich dagegen aus. may

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