ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2017Hepatitis C: Heikles Thema
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Schon der Titel Ihres Artikels suggeriert eine Unterversorgung im Bereich HCV-Therapie und stellt sich diametral zum Cochrane Review, der feststellt: „All trials and outcome results were at high risk of bias, so our results presumably overestimate benefit and underestimate harm. The quality of the evidence was very low.“

Der von Ihnen zur Untermauerung des Titels mehrfach zitierte Experte Schulze zur Wiesch, der sich gegen die Aussagen des Cochrane Reviews ausspricht, bekommt Geld von fünf pharmazeutischen Unternehmen, die alle HCV-Medikamente vertreiben (AbbVie, BMS, Gilead, Janssen-Cilag, MSD), hat also einen relevanten und für den Leser leider nicht erkennbaren Interessenkonflikt.

Auch die zitierten Stellungnahmen der Fachgesellschaften sind leider stark interessenkonfliktbehaftet und somit fehleranfällig. 13 von 14 Autoren der aktuell gültigen deutschen HCV-Leitlinie haben persönliche Honorare von den Herstellerfirmen der empfohlenen Medikamente erhalten.

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Ich fände es begrüßenswert, wenn Sie gerade bei einem so heiklen Thema nicht eine interessenkonfliktbehaftete Expertenmeinung gegen einen Cochrane Review ins Feld führen würden. Falls doch, sollten die Interessenkonflikte zumindest für den Leser erkennbar sein.

Dr. med. Niklas Schurig, 76437 Rastatt

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Avatar #572508
U L I Sappok
am Freitag, 29. Dezember 2017, 22:19

wichtiger Hinweis

Vielen Dank für den Hinweis und gut, dass das DÄ Ihren Hinweis veröffentlicht.
Es ist unglaublich, gerade im Bereich der Hep C Behandlung, wie schamlos die Pharmaindustrie abkassiert und die Politik den "Mondpreisen" keinen Riegel vorschiebt. Millionen, die in Patientenkompetenz und Lehre investiert werden könnten.
Und Hep C ist ja nur eine Sparte, in der das Modell Fachverband und Pharma zusammenwirkt.

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