MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Yellow-Nail-Syndrom

Yellow nail syndrome

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(50): 874; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0874b

Lübbert, Christoph; Kunz, Manfred

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Yellow-Nail-Syndrom
Yellow-Nail-Syndrom
Abbildung 2
Yellow-Nail-Syndrom

Eine 64-jährige Frau stellte sich wegen einer auffälligen Gelbfärbung der Nägel (teilweise mit Nageldystrophie) vor, die seit mehr als einem Jahr bestehe. Begonnen hätten die Veränderungen nach einer chronischen oberen Atemwegsinfektion, nahezu zeitgleich mit einer operativen Sanierung der Nasennebenhöhlen. Zudem leide sie an einer anhaltenden Schwellung beider Unterschenkel. Wir stellten die klinische Diagnose eines Yellow-Nail-Syndroms. Eine Onychomykose wurde ausgeschlossen. Das Yellow-Nail-Syndrom gehört mit einer Inzidenz von circa unter 1/1 000 000 zu den seltenen Erkrankungen. Es kommt geschlechtsunabhängig vor und ist durch die Trias Skleronychie („yellow nails“), Lymphödem und respiratorische Erkrankungen gekennzeichnet. Das Yellow-Nail-Syndrom kann auch in Assoziation mit Malignomen, endokrinologischen oder rheumatologischen Erkrankungen auftreten. Eine sorgfältige interdisziplinäre Abklärung und klinische Kontrollen sind daher wichtig. Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt. Nach Angaben in der Literatur ist eine Behandlung mit Biotin (Vitamin B7) und Tocopherol (Vitamin E) über 6 Monate erfolgreich, dies gelang jedoch nicht im vorgestellten Fall. In 10–30 % der Fälle kommt es zu einer Spontanremission. Auch die Nagelveränderungen bilden sich bei erfolgreicher Therapie der Begleiterkrankungen zurück.

Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin, Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie, Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie, Universitätsklinikum Leipzig, christoph.luebbert@medizin.uni-leipzig.de

Prof. Dr. med. Manfred Kunz, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie,
Universitätsklinikum Leipzig

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Lübbert C, Kunz M: Yellow nail syndrome. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 874. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0874b

The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

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