ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Neues Programm für eine gute Kommunikation

Dtsch Arztebl 2017; 114(51-52): [4]

EB

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Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben ein Programm entwickelt, das helfen soll, die gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Patient in den medizinischen Alltag zu integrieren. Bausteine dieses Programms sind Schulungen für Ärzte und Pflegekräfte sowie Patientenmaterialien.

Foto: JacobLund/stock.adobe.com
Foto: JacobLund/stock.adobe.com

Zu häufig würden medizinische Entscheidungen von einem oder mehreren Ärzten getroffen, ohne die Präferenzen und Lebensumstände des Patienten zu berücksichtigen, erläuterte die Leiterin des Projektes, Dr. Isabelle Scholl vom Institut und der Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE. Gemeinsam mit ihrem Team will die Psychologin jetzt im Krebszentrum des UKE prüfen, ob die gemeinsame Entscheidungsfindung mithilfe des Programms besser umgesetzt wird. Dazu wollen die Forscher 1 400 Krebspatienten sowie 70 Ärzte und 150 Pflegekräfte befragen sowie Patientengespräche aufnehmen und auswerten.

„Die enormen Fortschritte in der modernen Krebsmedizin haben einen positiven Einfluss auf die Heilungsraten unserer Patienten“, ergänzte der Ärztliche Leiter des Universitären Cancer Center Hamburg des UKE, Prof. Dr. Carsten Bokemeyer. Dafür seien jedoch komplexe Behandlungsstrategien notwendig, die eine bessere Aufklärung der Patienten erforderten, um sie an Entscheidungen über eine Therapie aktiv teilhaben zu lassen.

„Seit Jahren beschäftigen wir uns mit der Umsetzung von wirksamen Kommunikationstrainings für medizinische Teams und der Entwicklung von überprüfbaren Entscheidungshilfen für Patienten“, hob Prof. Dr. Dr. Martin Härter, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Medizinische Psychologie, hervor. Das neue Projekt bündele dieses Wissen und könne einen Weg aufzeigen, wie Ärzte, Patienten und Angehörige zu Entscheidungen gelangen, die den Wünschen der Betroffenen besser entsprechen.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über einen Zeitraum von drei Jahren mit knapp 400 000 Euro gefördert. EB

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