ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2017QM-Ratgeber: Gute Patienteninformationen

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QM-Ratgeber: Gute Patienteninformationen

Dtsch Arztebl 2017; 114(51-52): A-2486 / B-2054 / C-2008

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Unzählige Internetseiten, Apps, Broschüren, Magazine und Flyer halten Informationen zu diagnostischen und therapeutischen Themen bereit – und das zu fast jeder erdenklichen Erkrankung oder Lebenssituation. Die schier unendlichen Angebote stehen allen Interessierten breit und meist kostenlos zur Verfügung. Die wohl am häufigsten genutzte Internet-Suchmaschine wirft über zwölf Millionen Treffer zum Suchwort „PSA-Test“ aus, fast 400 000 Fundstellen zum Stichwort „Grippeschutzimpfung“. Wie können sich Patienten in dieser Fülle orientieren und erkennen, was verlässliche, verständliche und transparente Informationen sind? Und was bedeutet es für Ärzte, Psychotherapeuten, Medizinische Fachangestellte und Pflegende im Praxis- und Klinikalltag, wenn sie im Gespräch mit vermeintlich gut informierten Patienten feststellen, dass durch zu viele, falsche oder eindeutig kommerziell beeinflusste Informationen Verwirrung, Unverständnis, manchmal auch Ängste, unangebrachte Erwartungen oder Leistungsansprüche ausgelöst werden?

Schriftliche Patienteninformationen, auch Bilder, Grafiken oder Ablaufdiagramme, sind ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der persönlichen Information, Beratung und Aufklärung im Arzt-Patienten-Gespräch. Diese können einen Beitrag leisten, dass Patienten und Angehörige besser im Behandlungsverlauf mitwirken und größtmögliche Patientensicherheit und Patientenorientierung erreicht werden. Dabei hilft, wenn Ärzte und Praxisteams einen Überblick zu „guten“ Patienteninformationen haben, die wichtigsten Quellen kennen und mit möglichst wenig Aufwand Informationsmaterialien vorhalten oder darauf verweisen können. Hierfür sollten im Rahmen des internen Qualitätsmanagements eigene Standards und Regelungen definiert werden, in dem man sich folgende Fragen stellt:

  • Zu welchen Themen wollen wir Informationsmaterialien über Krankheiten und deren Prävention, Diagnostik, Behandlung und Bewältigung einsetzen?
  • Zu welchem Zeitpunkt geben wir die Informationen an die Patienten oder weisen sie darauf hin (zum Beispiel vor, während oder nach dem persönlichen Gespräch, mit einer Verordnung, vor einem Krankenhaus- oder Rehaaufenthalt)?
  • Nach welchen Qualitätskriterien wählen wir Informationsmaterialien aus?
  • Nutzen wir nur verlässliche Quellen oder prüfen wir Informationen selbst auf Verständlichkeit und Transparenz?

Die Beispielfragen stammen aus QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen®. Gute Angebote sowie eine Checkliste zur Bewertung der Qualität von Gesundheitsinformationen stellen das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin auf www.patienten-information.de oder das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen unter www.gesundheitsinformation.de zur Verfügung. KBV

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