ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2018Erfahrung und etwas Zeitaufwand notwendig
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Unklare abdominale Beschwerden stellen in der Behandlung ambulanter und stationärer Patienten nicht nur medizinisch-fachlich, sondern auch ökonomisch eine große Herausforderung dar. Die frühzeitige Diagnose der zugrunde liegenden Pathologie ist für Patient und Gesundheitssystem gleichermaßen von hoher Relevanz.

Die Sonographie des Magen-Darm-Trakts hat durch die Weiterentwicklung der Methode in den letzten Jahren erheblich an Aussagekraft gewonnen. Im Gegensatz zur Systematik eines Aufsatzes über ein Krankheitsbild steht in der klinischen Routine die Diagnose nicht am Anfang, sondern am Ende eines Prozesses, zu dem die Sonographie erheblich beitragen kann und häufig frühzeitig richtungsweisende Befunde liefert (1).

So wird beispielsweise das Vorliegen einer inkarzerierten äußeren Hernie bei der klinischen Untersuchung nicht immer erkannt. Mittels Ultraschall kann der Füllungszustand und die Motilität von Magen, Dünn- und Dickdarm gut beurteilt werden (2). In vielen Fällen lässt sich bei klinischer Verdachtsdiagnose eines Ileus ein solcher sonographisch ausschließen, was erheblichen Einfluss auf den Behandlungspfad des Patienten hat. Zusätzlich finden sich bei der Ultraschalluntersuchung häufig wichtige Hinweise auf Differenzialdiagnosen wie beispielsweise eine Koprostase. Der Durchmesser von Darmabschnitten und die Dicke der Darmwand kann in aller Regel sonographisch gut bestimmt werden und die Methode eignet sich daher zur Verlaufskontrolle bei verschiedenen Pathologien.

Die Sonographie des Magen-Darm-Trakts erfordert Erfahrung und etwas Zeitaufwand, kann dann aber belastbare Befunde liefern und einen Betrag leisten zur Strahlenhygiene. Der vorliegende Artikel und die zitierte Referenz aus dem Jahr 1999 geben die Wertigkeit der Methode nur eingeschränkt wieder (3). Es lohnt sich, sich eingehender mit der sonographischen Diagnostik des Magen-Darm-Trakts zu beschäftigen.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0008b

Dr. med. Michael Gläser

Innere Medizin 1, Zentrale Sonographie

Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Standort Mitte, Trier

RalfMichael.Glaeser@Mutterhaus.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Schuler A, Karbe T, Vasilakis D, et al.: Primär Ultraschall als Bildgebung in der Notaufnahme. Endergebnisse der PRIMUS-Studie (DEGUM Multicenter-Studie). Ultraschall in Med 2012; 33: 901 CrossRef
2.
Hollerweger A, Wüstner M, Dirks K: Bowel obstruction: sonographic evaluation. Ultraschall in Med 2015; 36: 216–38 CrossRef MEDLINE
3.
Vilz TO, Stoffels B, Straßburg C, Schild HH, Kalff JC: Ileus in adults—pathogenesis, investigation and treatment. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 508–18 VOLLTEXT
1.Schuler A, Karbe T, Vasilakis D, et al.: Primär Ultraschall als Bildgebung in der Notaufnahme. Endergebnisse der PRIMUS-Studie (DEGUM Multicenter-Studie). Ultraschall in Med 2012; 33: 901 CrossRef
2.Hollerweger A, Wüstner M, Dirks K: Bowel obstruction: sonographic evaluation. Ultraschall in Med 2015; 36: 216–38 CrossRef MEDLINE
3.Vilz TO, Stoffels B, Straßburg C, Schild HH, Kalff JC: Ileus in adults—pathogenesis, investigation and treatment. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 508–18 VOLLTEXT

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