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Bürokratie: Täglich bis zu drei Stunden Dokumentation

Dtsch Arztebl 2018; 115(1-2): A-6 / B-6 / C-6

Schlitt, Reinhold

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Millionen Krankenhausfälle werden jährlich vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft. Foto: dpa
Millionen Krankenhausfälle werden jährlich vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft. Foto: dpa

Ärzte müssen sich bis zu drei Stunden täglich mit der Dokumentation ihrer Arbeit, mit dem Ausfüllen von Formularen und anderen administrativen Aufgaben beschäftigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main (GWRM). Als Bürokratietreiber werden „zahlreiche Institutionen“ ausgemacht. An „erster Stelle“ steht demnach der Medizinische Dienst der Krankenkassen, der inzwischen 15 bis 20 Prozent aller Krankenhausfälle einer Prüfung unterziehe. Das entspräche einem Umfang von jährlich rund drei Millionen Prüffällen, hieß es. Auch an der Nahtstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor hat die Befragung ein hohes Maß an bürokratischer Belastung ergeben, unter anderem wegen fehlender oder nicht ausreichender digitaler Schnittstellen für eine effektive intersektorale Kommunikation. Genannt wurden überdies die ambulante Bedarfsplanung sowie die ambulante spezialfachärztliche Versorgung. Der GWRM-Vorsitzende Florian Gerster forderte ein „Ende der überbordenden Bürokratie“. Die Studie zeige, dass Ärzte und Einrichtungsträger von ihrer eigentlichen Aufgabe immer mehr abgehalten würden. Die Autoren empfehlen unter anderem die Einsetzung einer „Task Force Entbürokratisierung“ im Bundestag. litt

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    mehlhorn
    am Montag, 15. Januar 2018, 07:30

    Ex ante und ex post

    Unbestritten bleibt, daß eine gewisse Prüfungs-Quote notwendig ist. Jedoch sollten die Regeln zur Prüfung vorab festgelegt werden von den Prüfenden. Nur allzuoft werden die Spielregeln, nach denen geprüft wird, erst nachträglich festgelegt oder bestehende ohne Vorankündigung über den Haufen geworfen.
    Dr. Alexander Voigt
    am Mittwoch, 10. Januar 2018, 19:17

    Prüfungen sind unbedingt notwendig

    Ob die gegenwärtige Verfahrensweise nicht verbesserungsfähig ist, bleibt dahingestellt, aber dass die Tätigkeit des MDK erforderlich ist, kann ich jeden Tag als Hausarzt und Gutachter feststellen, wenn die Patienten versuchen, ihre Anliegen und Beschwerden zu dramatisieren und zu übertreiben, um ihre Ziele einer AU oder eines Schwerbehinderten-Ausweises zu erhalten. Neben der Entbürokratisierung braucht es zwingend auch mehr Evidenz bei uns Entscheidern, damit wir guten Gewissens jedem die Behandlung angedeihen lassen können, die ihm zusteht.

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