ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2018Webseiten von Arztpraxen: Impressum und Datenschutz als Schwachstellen

MANAGEMENT

Webseiten von Arztpraxen: Impressum und Datenschutz als Schwachstellen

Dtsch Arztebl 2018; 115(1-2): A-40 / B-36 / C-36

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Die größten Schwachstellen auf Arzt-Webseiten sind laut Studie Impressum und Datenschutzerklärung. Foto: nikoendres/stock.adobe.com

Viele Webseiten von Arztpraxen befinden sich in einer rechtlichen Grauzone, auch wenn grobe Rechtsverstöße eher selten sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Online-Praxismarketing-Agentur Reif & Kollegen in Zusammenarbeit mit der Kanzlei für Medizinrecht Prof. Schlegel, Hohmann, Mangold und Partner. Keine der 400 untersuchten Internetpräsenzen wurde dabei als rechtlich einwandfrei eingestuft. Als größte Schwachstellen erwiesen sich das Impressum und der Datenschutz. So hatten 94 Prozent der Webseiten kein oder ein unvollständiges Impressum. Zudem fehlte häufig die Umsatzsteuer-ID, die Ärzte angeben müssen, wenn sie Privatleistungen anbieten. Bei 70 Prozent der untersuchten Seiten fehlte ein Hinweis auf einen Datenschutzverantwortlichen. Darüber hinaus führte mehr als jede dritte Webseite die Bildrechte zu eingestellten Fotos nicht auf, was Abmahnungen zur Folge haben kann. Außerdem gaben 39 Prozent der Ärzte mehr als drei Tätigkeitsschwerpunkte an. Dies untersagt die Berufsordnung, da dann nicht mehr von einer Spezialisierung auszugehen ist. 18 Prozent der Webpräsenzen verlinkten auf gewerbliche Dritte, was als unzulässige Empfehlungen gilt.

Auch die technische Umsetzung bestimmter Datenschutzrichtlinien war teilweise problematisch. Nur auf vier Prozent der Webseiten öffnete sich ein neues Fenster, das die Zustimmung des Users für die Cookie-Nutzung einholt. Anwälte raten zu dieser Maßnahme.

Vorsicht ist auch bei Social-Media-Plugins angebracht, die die Webseite mit dem Facebook-Auftritt der Praxis verbinden. Weil die IP-Adresse des Users an Facebook übermittelt wird und Facebook diese Daten zu Werbezwecken nutzen kann, muss der User nach einem Urteil des Düsseldorfer Landgerichts explizit darin einwilligen. Derzeit hält sich laut Studie nur ein Prozent der Ärzte an diese Richtlinie. Zudem ist auch in Facebook ein vollständiges Impressum Pflicht. Dies fehlte jedoch bei 91 Prozent der analysierten Profile. 22 Prozent der Facebook-Auftritte enthielten berufswidrige Texte, wie etwa vergleichende, irreführende oder anpreisende Inhalte. KBr

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige