BRIEFE

Paragraf 219 a: Nicht ausgewogen

Dtsch Arztebl 2018; 115(1-2): A-32 / B-29 / C-29

Kiworr, Michael

Zur Randnotiz „Verbotene Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche von Thorsten Maybaum in DÄ 47/2017:
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Zur verbotenen Werbung für Abtreibungen gibt Herr Maybaum die Kritik der „Liste demokratischer Ärztinnen/Ärzte“ wieder (in der TAZ als „linker Ärzteverein“ geführt), die den § 219 ebenso wie die für Abtreibungen in ihrer Praxis werbende Ärztin gerne abgeschafft sähe. Kurz wird der Verband der Frauenärzte mit einer indifferenten Haltung genannt. Leider kommen andere Organisationen, die sich deutlich gegen Werbung für Abtreibungen und das Respektieren des § 219 aussprechen, wie zum Beispiel die Organisation „Ärzte für das Leben“, gar nicht zu Wort. Sonderlich ausgewogen scheint daher die Berichterstattung nicht, auch wenn es bisher nur eine Randnotiz wert war.

Allerdings könnte sich dies ändern, da zum einen das Urteil gesprochen wurde und richterlich eben mit Blick auf den § 219 zu Recht festgestellt wurde, dass derart kommerzielle Werbung für Abtreibungen nicht zulässig sei. Zum andern bringen sich verschiedene linke Gruppierungen in Stellung, um nicht nur gegen den § 219, sondern gleich auch noch gegen den § 218 einen Feldzug zu beginnen. Auch die SPD forderte bereits öffentlich nicht nur die Bürgerversicherung als GroKo-Bedingung, sondern auch die Abschaffung des § 219 als „nicht mehr zeitgemäß“. ....

Bei der Kritik der klaren Rechtslage wird behauptet, dass abtreibungswillige Frauen ja dann „keine“ Möglichkeit hätten, an entsprechende Informationen über abtreibende Ärzte gelangen zu können. Nun, da traut man den betroffenen Frauen sehr wenig zu. Auch ohne jede Werbung würden ein paar Anrufe allemal ausreichen, um die gewünschten Informationen zu erhalten – es gibt ja allemal genug Ärzte/Ärztinnen bei uns, die mit Abtreibungen Geld verdienen und dies auch bisher ohne jede spezielle Werbung dafür. Vor allem aber sollte bekannt sein, dass bei einer Abtreibung vor der 12. SSW eine Beratungsregelung gilt, bei der staatlich subventioniert informiert wird und eben auch, wo Abtreibungen durchgeführt werden. Die Beratungsregelung macht also jede Werbung vollkommen überflüssig – es sei denn, eine Ärztin möchte sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrentinnen im Geschäft mit der Abtreibung verschaffen ...

Dr. med. Michael Kiworr, 68305 Mannheim

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