ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2018Randnotiz: Ächtung notwendig

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Randnotiz: Ächtung notwendig

PP 17, Ausgabe Januar 2018, Seite 5

Maybaum, Thorsten

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Die Silvesternacht ist für die meisten Menschen in Deutschland friedlich verlaufen. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen. Denn erneut hat es Übergriffe auf Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten gegeben. „Unseren Kollegen, die heute Nacht verletzt worden sind, wünschen wir baldige Genesung. 8 Angriffe auf Einsatzkräfte (u. a. Bedrohung mit Schusswaffen) und 57 Angriffe auf Einsatzfahrzeuge mit erheblichem Sachschäden machen uns sehr nachdenklich und betroffen“, twitterte zum Beispiel die Berliner Feuerwehr. Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling sprach von einer „Aggressivität, wie wir sie in den letzten Jahren nicht erlebt haben“. Das sei „sehr traurig und bedenklich“, sagte er im rbb-Fernsehen. Die Tendenz lasse sich bundesweit feststellen. Polizeigewerkschaften und Politiker verurteilten die Angriffe. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU), forderte eine konsequente Bestrafung der Täter. Die Grundlage dafür hatte die Bundesregierung 2017 mit härteren Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte gelegt. Härtere Strafen allein dürften aber nicht ausreichen. Notwendig ist ein Umdenken und eine gesellschaftliche Ächtung der Taten. So mahnte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, in der Welt, „endlich eine breite gesellschaftliche Debatte“ darüber an, dass Gewalt in keiner Weise akzeptabel sei. Im vergangenen Jahr hatte der Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Max Kaplan, bereits betont, es sei notwendig, dass in der Gesellschaft ein Bewusstsein für das Problem geschaffen werde. Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr.

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