ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2018Bürgerversicherung: Wartezeiten würden sich kaum verkürzen

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Bürgerversicherung: Wartezeiten würden sich kaum verkürzen

PP 17, Ausgabe Januar 2018, Seite 6

Hillienhof, Arne

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Unterschiede bei Wartezeiten gibt es laut WIP nur bei Behandlungen, bei denen der Arzt keine Dringlichkeit sieht. Foto: M. Schuppich/stock.adobe.com
Unterschiede bei Wartezeiten gibt es laut WIP nur bei Behandlungen, bei denen der Arzt keine Dringlichkeit sieht. Foto: M. Schuppich/stock.adobe.com

Die Wartezeiten auf einen Arzttermin würden sich bei einer Bürgerversicherung kaum verkürzen. Das geht aus einer Analyse des WIP – wissenschaftlichen Instituts der privaten Kran­ken­ver­siche­rung hervor. Demnach würde sich die Wartezeit auf einen Hausarzttermin rechnerisch um 0,1 Tage und auf einen Facharzttermin um 0,98 Tage verkürzen, wenn die etwa 8,77 Millionen Versicherten der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) ebenfalls in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) versichert wären. Die Autoren begründen, dass mit der Umstellung dem Gesundheitssystem ohne die PKV mehr als zwölf Milliarden Euro pro Jahr entzogen würden. Darauf würden die Ärzte mit einem geringeren Angebot reagieren. In Folge würden sich die Wartezeiten auf einen Arzttermin für alle Versicherten verlängern. WIP-Autorin Verena Finkenstädt verwies darauf, dass bei der Betrachtung der Wartezeiten oft Aspekte unberücksichtigt blieben. So sei zwar von einer höheren Vergütung im System der PKV auszugehen, was für Arztpraxen einen Anreiz bieten könnte, Privatpatienten schneller einen Termin zu geben. Zu berücksichtigen sei aber auch, dass Ärzten durch den Mehrumsatz Investitionen in die medizinische Infrastruktur und die Einstellung von Fachpersonal ermöglicht werde. De facto erhöhe sich das Niveau der Angebotsseite. Laut WIP werden Termine aber ohnehin nach Dringlichkeit vergeben. hil

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