ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2018Psychische Erkrankungen: Bundeskammer fordert 4 000 mehr Therapieplätze

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Psychische Erkrankungen: Bundeskammer fordert 4 000 mehr Therapieplätze

PP 17, Ausgabe Januar 2018, Seite 5

Bühring, Petra

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Der Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK), Dr. rer. nat. Dietrich Munz, hat die Krankenkassen aufgefordert, mehr Behandlungsplätze für psychisch Kranke zu schaffen. Er fordert rund 4 000 zusätzliche psychotherapeutische Praxen vor allem in ländlichen Regionen. Hierfür müssten die Kassen rund 320 Millionen Euro jährlich zusätzlich in die Gesundheit ihrer Versicherten investieren. „Würden psychisch kranke Arbeitnehmer früher als bisher mit einer Psychotherapie beginnen, könnten lange Krankschreibungen und damit die Ausgaben von Krankengeld verringert werden“, sagte Munz.

Psychische Erkrankungen führten weiterhin häufig zu überdurchschnittlich langen Krankschreibungen, wie eine aktuelle Übersicht der BPtK über Dauer und Gründe von Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2016 ergab. Sie sind der zweithäufigste Grund für betriebliche Fehlzeiten nach Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Die Zahl der psychisch bedingten Krankschreibungen hat im Vergleich zum Jahr zuvor sogar noch stärker zugenommen: von 5,1 auf 6,2 Prozent. Die Dauer blieb überdurchschnittlich hoch und lag im Schnitt bei 34 Arbeitstagen.

Damit sind psychische Erkrankungen eine der Hauptursachen für Langzeitarbeitsunfähigkeit und Krankengeldzahlungen. Die Kassen bezahlen rund ein Viertel des Krankengeldes aufgrund psychischer Erkrankungen. Das waren 2016 rund 2,9 Milliarden Euro. Damit sind die jährlichen Krankengeldausgaben wegen psychischer Erkrankungen höher als die Ausgaben für ambulante Psychotherapie. Diese betrugen circa zwei Milliarden Euro. PB

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