ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2018Psychotraumatologie: Erste Orientierung für Interessierte

BÜCHER

Psychotraumatologie: Erste Orientierung für Interessierte

PP 17, Ausgabe Januar 2018, Seite 34

Ringwelski, Beate

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wer traumatisierte Patienten behandeln will, braucht dazu eine traumaspezifische Zusatzausbildung. Zur ersten Orientierung ist das vorliegende Buch gedacht. Es ist kein Lehrbuch darüber, wie man Traumatisierte behandelt, sondern ein Leitfaden über Inhalte, in die man sich dafür vertiefen muss. Zahlreiche Literaturhinweise erleichtern die weiteren Schritte. Aber auch für erfahrene Therapeuten gibt es interessante Abschnitte. Was passiert hirnphysiologisch bei einer Traumatisierung? Welche neueren Testverfahren sind hilfreich? Was bietet das Internet an Information und Onlineberatung für Betroffene an? Was muss ein Gutachter berücksichtigen? Interessant sind auch Programme zur Prävention gefährdeter Berufsgruppen wie Soldaten vor Auslandseinsätzen oder Angehörige von Polizei und Feuerwehr.

Der Überbegriff „Traumaspek-trum“ wurde eingeführt, um die breite Palette der posttraumatischen Störungsbilder einschließlich der Psychosomatik zu erfassen. Bei der Diagnostik und Beschreibung der Traumafolgestörungen halten sich die Autoren an die Systematik des ICD-10 und erläutern sie.

Im Kapitel „Situationstypologie“ werden zahlreiche traumatisierende Situationen kurz und prägnant dargestellt. Sie lösen oft spezifische Reaktionen aus, die eine Akutintervention oder auch eine längere Therapie erforderlich machen. Auch an transgenerationale Auswirkungen muss gedacht werden, zum Beispiel bei Opfern des Holocaust oder kindlichen sexuellen Missbrauchs.

Anzeige

Der Leser bekommt einen ersten Eindruck, wie eine Therapie mit den Phasen Stabilisierung – Traumakonfrontation – Integration ablaufen kann. Die Autoren stellen die spezifischen Konzepte der verschiedenen Therapierichtungen übersichtlich dar, ohne sie zu bewerten. So kann sich der Leser aussuchen, welches Vorgehen seiner bisherigen Ausbildung und Neigung entspricht. Einige kurze Fallbeispiele illustrieren den leicht lesbaren Text über eine Materie, die immer mehr Beachtung erfährt. Beate Ringwelski

Christiane Eichenberg, Peter Zimmermann: Einführung Psychotraumatologie. Reinhardt Verlag, München 2017, 177 Seiten, kartoniert, 29,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema