ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2018Emotionale Kompetenz: Kreative Darstellung komplexer Inhalte

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Emotionale Kompetenz: Kreative Darstellung komplexer Inhalte

PP 17, Ausgabe Januar 2018, Seite 34

Koch, Joachim

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Wie kann ein Mensch glücklich werden? In einem anregenden Dialog zeigen die Psychologin Heide-Marie Smolka und die Medizinerin und Kognitionswissenschaftlerin Katharina Turecek ein praktikables Modell zur Steigerung der emotionalen Kompetenz auf. Es gelingt ihnen eine spielerisch wirkende kreative Darstellung wichtiger und komplexer Inhalte: Viele plausible (neuro-) wissenschaftliche Theorien und eine Fülle von Methoden und praktischen Tipps und Erfahrungen, die profunde positive Veränderungen ermöglichen, sind in dieses Buch eingeflossen.

Im ersten Kapitel machen die Autorinnen mit dem Konzept des Stimmungsraums bekannt und bieten an, zur Selbsteinschätzung einen Emotionstest durchzuführen: Es steht ein Koordinatenfeld mit vier Bereichen (Wut, Turbo, Jammertal, Muße) und einem Neutralpunkt zur Verfügung. Nach Beschäftigung mit dem eigenen Emotionstyp sowie Energielevel geht es um die Veränderungsmöglichkeiten.

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Im nächsten Kapitel geht es dann um den Neutralpunkt, der wie eine Erholungsinsel für die Seele ist. Als eine wichtige Möglichkeit wird die Meditation eingeführt, die Ruhe im Gehirn schafft.

Dann geht es um den Turbo. Dieser Bereich des Modells zeichnet sich durch ein hohes Energielevel und gute Stimmung aus. Wer hier im Test einen hohen Wert hatte, handelt wirkungsvoll und effizient. Soziale Anerkennung und Selbstwertsteigerung fühlen sich gut an. Aber als Gefahr lauert die Überforderung des Belohnungssystems und das Hamsterrad des immer mehr und immer schneller. Dies wird mit den zwölf Stadien der Burn-out-Uhr verdeutlicht. Im Turbo-Modus beutet der Mensch sich selbst aus. Die Autorinnen weisen auf die gesellschaftliche Dimension hin: Auch die westliche Welt ist im Turbo-Modus, der an den Rand des Kollapses geführt hat und Zerstörung bringt. Es wird dringend Besinnung, Beruhigung, Reduktion, Einkehr und mehr Stille benötigt.

Der Gegenpol zum Turbo-Modus ist die Muße. Die Autorinnen geben zu bedenken, dass es eine positive Stimmung auch mit einer niedrigeren Aktivierung gibt. Im folgenden bieten sie der Leserschaft Reflektionen, Experimente und Übungen an, um den Turbo-Modus in Richtung Muße-Orientierung zu verlassen. Am Ende des Kapitels werden alle angesprochenen (kognitiven, behavioristischen, körperlichen) Strategien noch einmal aufgelistet und so dem Veränderungswilligen ein guter Überblick geboten.

Auf diese Art und Weise werden in den folgenden Kapiteln die anderen Modi Wut (steht für negative Stimmungen), Jammertal und Muße behandelt. Zum Abschluss werden die Methoden noch einmal thematisch sortiert präsentiert und Hilfen gegeben, wie Emotionsverläufe sichtbar gemacht werden können. Joachim Koch

Heide-Marie Smolka, Katharina Turecek: Zum Glück mit Hirn. Springer Verlag, Heidelberg 2017, 178 Seiten, kartoniert, 19,99 Euro

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