ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Randnotiz: Zuckertest bei Rewe

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Randnotiz: Zuckertest bei Rewe

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-55 / B-51 / C-51

Gießelmann, Kathrin

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250 Gramm (g) Fruchtjoghurt enthalten nicht selten elf Zuckerwürfel. An diese schmackhafte Überdosis sind Verbraucher inzwischen zwangsweise gewöhnt. Zwar hätte Bundesrnährungsminister Christian Schmidt (CSU) mit der Reformulierungsstrategie die Chance gehabt, Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten zu reglementieren. Er setzte aber lieber auf die Freiwilligkeit der Industrie. Nach Ankündigungen unter anderem von Nestlé und Lidl, Zucker zu reduzieren, präsentiert jetzt auch Rewe eine Marketingstrategie. Verbraucher sollen selbst entscheiden, wie viel Zucker für sie verzichtbar wäre. Dafür stellt Rewe ein Schokoladenpudding-Quartett in seine Regale: Neben der Originalrezeptur mit 14 g Zucker pro 100 g gibt es auch Varianten mit 20, 30 und 40 Prozent weniger Zucker, ohne alternative Süßungsmittel. Online können die Kunden über ihren Favoriten abstimmen. Ob dabei der Geschmack das ausschlaggebende Kriterium sein wird, bleibt ungewiss, da der Zuckeranteil auf den Bechern steht. Vielmehr könnte das Voting zeigen, ob Verbraucher für eine Umgewöhnung bereit sind. Die Redaktion des Deutschen Ärzteblatts hat bereits eine doppelblinde Versuchsreihe durchgeführt. Durchgefallen ist der um 40 Prozent reduzierte Pudding. Zwischen den anderen drei Variationen gab es keine signifikanten Unterschiede. Gegen eine Reduktion um 30 Prozent Zucker (10 kcal/100 g) wäre also nichts einzuwenden. Eine Auswirkung auf die Gesundheit ist dabei noch nicht zu erwarten – selbst wenn wie angekündigt weitere hundert zuckerreduzierte Produkte folgen. Eine umfangreichere, verpflichtende Reformulierungsstrategie wäre vonnöten.

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