ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Wir widmen jedem einzelnen Kandidaten sehr viel Zeit“

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): [4]

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Interview mit Thomas Giesemann, Leitung Personalmanagement der AMEOS Gruppe, Zürich

Herr Giesemann, wie gehen Sie bei der Nachbesetzung frei werdender Stellen vor?

Oft denken Kliniken nur an eine schnelle Nachbesetzung. Damit verpassen sie die Chance, die eine Nachbesetzung bietet. Das Unternehmen sollte sich darüber klar werden, wen genau es sucht, welche Kompetenzen der neue Chef- oder Oberarzt haben sollte. Wichtig ist eine detaillierte Stellenbeschreibung mit Kompetenzprofil.

Wer definiert dieses Profil?

Wir haben den großen Kreis gewählt. Auch die Mitarbeitenden sollen sich dazu äußern, wie sie sich ihre künftigen Chefs vorstellen. Daher binden wir viele Mitarbeitende ein, vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt, vom Mitarbeiter HR über die Ebene der regionalen Geschäftsführung bis hin zum Vorstand. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Beteiligung der großen Berufsgruppe Pflege.

Wie gehen Sie das Recruiting konkret an?

In unserer Unternehmensgruppe haben wir mit Unterstützung externer Berater Stellenbeschreibungen und Kompetenzprofile herausgearbeitet und einen bunten Strauß wichtiger Kernkompetenzen definiert: fachliche, methodische, soziale und persönliche. Auch haben wir bestimmt, was Kandidaten bereits mitbringen müssen und was wir durch eigene Fort- und Weiterbildung beitragen können. Auf die Führungskompetenzen haben wir besonderes Augenmerk gelegt. Herausgekommen ist letztlich ein Handbuch, in dem wir das Erarbeitete festgehalten haben, von der Idee bis zu den Fragen des strukturierten Interviews.

Was ist Ihnen in diesem Prozess besonders wichtig?

Uns ist wichtig, dass alle Kandidaten gleich behandelt werden. Wir widmen jedem Einzelnen sehr viel Zeit und wollen damit Wertschätzung ausdrücken. Durch die jetzt erforderliche sehr viel ausführlichere Gesprächsvorbereitung beschäftigen wir uns viel intensiver mit den Kandidaten.

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