ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Mindestmengen: Entwaffnend ehrlich
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Allein schon die unsägliche Formulierung „Mindestmengen“ bringt mich in Wut: Wir reden hier über Eingriffe an Patientinnen und Patienten! Sogennannte Ökonomen und Experten in Sachen „Gesundheitswirtschaft“ haben es tatsächlich geschafft, auch sprachlich die größtmögliche Distanz zu unseren Patienten zu etablieren: Fallzahlen, Mindestmengen, Relativgewichte, Leistungserbringer sind alles bürokratische Monster, damit nur ja nicht der Begriff Patientin oder Patient formuliert werden muss! Am Entlarvendsten ist allerdings die Schlussaussage des Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Herrn Litsch: ... „Mindestmengen (= Eingrifffe an Patientinnen/en) unterschritten werden, dürfen im Sinne der Patientensicherheit diese Leistungen nicht bezahlt werden, ...“. Na also, geht doch, welch entwaffnende Ehrlichkeit, Herr Litsch, Freud ist doch überall! Die Nutzung der sog. „Mindestmengen“ zur Erlangung eines 100-Prozent-Rabattes sollte mit einem Preis für größtmögliche Öko­nomi­sierung gewürdigt werden. Vielleicht könnten Sie als oberster AOK-Gesundheitswirtschafter und offenkundig engagierter Kämpfer für die Patientensicherheit mal überlegen, ob es dann nicht sinniger wäre, diese Eingriffe in dem betreffenden Haus nicht mehr durchzuführen, anstatt sie durchführen zu lassen und dann nicht zu bezahlen.

Prof. Dr. med. Hans-Bernd Hopf, 63225 Langen

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