ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018QM-Ratgeber: Notfallmanagement

MANAGEMENT

QM-Ratgeber: Notfallmanagement

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-92 / B-80 / C-80

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Die Notfallversorgung von Patienten ist eines der bestimmenden Themen der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion. Viele Patienten suchen die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, ohne dass ein akuter stationärer Behandlungsbedarf besteht. Dagegen gehören Notfälle in der ambulanten Praxis nicht zur alltäglichen Routine. Doch sowohl Krankenhäuser als auch Praxen müssen Notfälle richtig erkennen und auf die effiziente Versorgung von Notfallpatienten gut vorbereitet sein.

Notfallmanagement ist ein Bestandteil von einrichtungsinternem Qualitätsmanagement (QM). Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss hat dazu in seiner Qualitätsmanagement-Richtlinie bestimmt, das Notfallmanagement strukturiert zu regeln. Das betrifft sowohl die Notfallkompetenz des gesamten Teams als auch eine dem Patienten- und Leistungsspektrum entsprechende Notfallausstattung.

Gerade wenn Notfälle die Ausnahme und nicht die Regel darstellen, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Praxisteams zum Beispiel müssen Notfälle sowohl am Telefon als auch am Empfang sicher identifizieren und die erforderlichen Maßnahmen einleiten können. Dabei hilft Erfahrung und unterstützen standardisierte Checklisten. Wichtig ist, in den Praxen regelmäßig Notfalltrainings und Schulungen durchzuführen. Die Verantwortlichkeiten und Abläufe sollten bekannt und geregelt sein. Sinnvoll ist es auch, Notfallsituationen in den Teamsitzungen zu reflektieren. Damit im Ernstfall alles schnell geht, kann es außerdem hilfreich sein, Patienten mit potenziellen Risiken zu identifizieren. Die Anamnese und das Arzt-Patienten-Gespräch liefern dazu die erforderlichen Informationen.

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Notfälle können bei allen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auftreten. Neben dem abgestimmten Handeln im Team erfordern sie auch eine korrekte Ausstattung, die beim Einsatz vollständig und funktionsfähig sein muss. Das Praxisteam muss den Umgang mit der Notfallausrüstung beherrschen.

Unterstützung für das Notfallmanagement der Praxen bietet das QM-Verfahren QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen®. Im Kapitel „Patientenversorgung“ des QEP-Qualitätsziel-Katalogs sind Ziele zur Versorgung von Notfallpatienten und zur Notfallausstattung definiert. Zusätzliche Synergieeffekte können durch den Austausch mit Kollegen im Qualitätszirkel entstehen.

Die Notfallversorgung auch außerhalb der Sprechstundenzeiten ist Teil des vertragsärztlichen Sicherstellungsauftrages. Ein wichtiger Schritt zur besseren Erreichbarkeit für Patienten mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden ist die einheitliche Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Praxisteams sollten ihre Patienten darüber informieren. KBV

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